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Tanna
Tanna
© Lightyear Entertainment dist. by eOne

Kritik: Tanna - Eine verbotene Liebe (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Tanna" wurde an Originalschauplätzen auf der gleichnamigen Insel im Südpazifik gedreht. Auf der Insel, die von einer aktiven Vulkanlandschaft und dichten Wäldern geprägt ist, leben rund 25 000 Menschen. Inmitten dieser unwirtlichen, entlegenen Natur, inszenierten Martin Butler und Bentley Dean ihren Film. "Tanna" beruht auf wahren Ereignissen und thematisiert einen seit langer Zeit anhaltenden Streit zwischen den Völkern der Inseln. Der Film feierte seine Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2015. Dort gewann er einen Publikumspreis. Die beiden Regisseure, Butler und Dean, arbeiten seit Jahren erfolgreich im Bereich des Dokumentarfilms zusammen.

"Tanna" lebt zu weiten Teilen vom authentischen, leidenschaftlichen Spiel der Laien-Darsteller. Um einen möglichst hohen Grad an Realismus zu erzeugen, drehte das australische Regie-Duo Butler und Dean ausschließlich mit den Ureinwohnern, die auf der Insel leben. Und es ist erstaunlich ist, wie gekonnt und routiniert die ländliche Bevölkerung vor der Kamera agiert. Allen voran die beiden Hauptdarsteller. Zu jeder Zeit nimmt man Dain und Wawa den kraftraubenden Kampf um ihre Liebe ab. Butler und Dean entschlossen sich, das Leid und den Schmerz der zwei (unglücklich) Liebenden vor allem in Form von Nahaufnahmen ihrer Gesichter, zu verdeutlichen. Eine gute Entscheidung. Denn so manifestiert sich deren gegenwärtige Gefühlslage unmittelbar im Gesichtsausdruck der Zwei, wenn sie mal melancholisch (Wawa), mal entrüstet bzw. zornig (Dain) dreinblicken.

Dadurch, dass ihre Gesichtszüge dann groß auf der Leinwand erscheinen, erlebt der Zuschauer ihre Aufgewühlt und Seelenqualen noch direkter, noch ungefilterter mit. Und spürt sie damit fast am eigenen Leib. Enttäuschung und Wut weichen mit der Flucht der Beiden durch die Wälder hinauf zum Funken speienden Vulkan, einer befreienden Erleichterung. Doch nur für kurze Zeit: denn sowohl die Yakel als auch die Angehörigen des Stammes, dem Wawa versprochen ist, sind ihnen auf der Spur.

Einen weiteren großen Reiz machen die wunderschönen, fast poetisch anmutenden Bilder der betörenden Natur und erhabenen Landschaften, aus. "Tanna" entführt den Zuschauer in eine magische, geheimnisvolle Welt. Die Bewohner der Insel leben im Einklang mit der Natur. Der Stress und die Hektik unserer modernen, medial geprägten Gesellschaft, sind ihnen fremd. Dort hinein platzieren die Regisseure die klassische Romeo-und-Julia-Geschichte von einer unglücklichen Liebe, die sich gegen Widerstände von außen behaupten muss.

Fazit: Der in die anmutige Natur des Insel-Schauplatzes eingebettete Film "Tanna", entführt in eine mystische, unbekannte Welt. Die erlesenen Bilder der unberührten Landschaft sind dabei ebenso gelungen wie das realistische, unbefangene Spiel der Laien-Darsteller. Australien schickte "Tanna" ins Oscar-Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film 2017 – zu Recht.






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