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Das Haus an der Friedhofsmauer
Das Haus an der Friedhofsmauer
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Das Haus an der Friedhofsmauer (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Obwohl Lucio Fulci in seiner Karriere zahlreiche Genres bediente, wird der 1996 verstorbene Drehbuchautor und Regisseur als italienischer Godfather of Gore, als Mann für blutige Schockmomente, in Erinnerung bleiben. Auch in "Das Haus an der Friedhofsmauer" kommt Fulci ohne Umschweife zur Sache. Bereits nach drei Minuten sind zwei Morde geschehen und das Publikum weiß, dass es in einem Horrorfilm über ein verfluchtes Haus sitzt, in dessen Keller nichts Gutes lauert.

Wie gewohnt, geht Fulci dabei weder erzählerisch noch visuell subtil vor. Die Geschichte spielt eine Nebenrolle, dient letztlich nur dazu, sich von Mord zu Mord zu hangeln und ist dementsprechend krude zusammengeschustert. Warum es dafür gleich dreier Autoren bedurfte, bleibt ebenso rätselhaft wie manch unabgeschlossener Handlungsstrang. Kameramann Sergio Salvati packt das Ganze in mal mehr, mal weniger gelungene Bilder, deren Farben – etwa das Gelb der New Yorker Taxis – zeigen, dass digitale Aufnahmen Zelluloid immer noch nicht adäquat ersetzt haben. Genüsslich hält Salvati drauf, wenn Küchenmesser aufblitzen und tiefe Wunden reißen. Auch die anderen typischen Merkmale dürfen nicht fehlen: Großaufnahmen schreiender Münder, starrender Augen und geöffneter Leiber.

Mehr als 30 Jahre nach seiner Entstehung hält sich der Schockeffekt jedoch in Grenzen. Zwar strömt in "Das Haus an der Friedhofsmauer" reichlich Blut. Gemessen an heutigen Standards, wirken aber bereits dessen knallige Farbe sowie manch andere Szene und das finale Monster unfreiwillig komisch. Fans wird das nicht stören. Die können sich vielmehr darauf freuen, diesen Klassiker aus Lucio Fulcis Werk (wieder) einmal auf der großen Leinwand sehen zu können.

Fazit: Fans des Brachialen werden ihre Freude mit der Wiederaufführung dieses bluttriefenden Klassikers haben. Wer subtiles Horrorkino erwartet, ist jedoch Fehl am Platz.




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