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The Happy Film
The Happy Film
© mindjazz pictures

Kritik: The Happy Film (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Happy Film" beginnt durchaus charmant: Von der ersten Szene an, die im Prinzip das Ende des Films vorwegnimmt, prägt das Unvollkommene Stefan Sagmeisters eigenwilliges Doku-Projekt. Sei es das mit breitem österreichische Akzent gesprochene Englisch des Protagonisten, die etwas ziellos voranstolpernde Dramaturgie oder die im Film selber thematisierten Schwierigkeiten des Drehs – das Kinodebüt des international bekannten Grafikdesigners Sagmeister verströmt durch seine Skizzenhaftigkeit oftmals eine wunderbare Leichtigkeit.

Hierzu passen auch die Szenen, die Sagmeisters Arbeit zeigen: Neben Ausschnitten aus seinen Vorträgen und Einblicken in seine für das Museum konzipierte "The Happy Show" sind es vor allem kleine Animationen sowie der verspielte Einsatz von Typografie, die "The Happy Film" besonders machen.

Im Gegensatz zu seinen herkömmlichen Arbeiten, die leicht zugänglich erscheinen und ihre Tiefe erst beim genaueren Hinsehen offenbaren, mag Sagmeisters Film allerdings in seiner Gänze nicht immer überzeugen. Denn das angedachte Grafikdesignprojekt entwickelt sich immer mehr zu einer seichten Nabelschau, bei der Sagmeister im wahrsten Sinne des Wortes auch schon einmal die Hosen herunterlässt. Seine in die Kamera gesprochenen Offenbarungen, Aufnahmen der duschenden Freundin sowie die Konfrontation mit den eigenen Schwächen mögen als kompromissloser Seelenstriptease angelegt sein, erwecken aber mit voranschreitender Laufzeit immer mehr den Eindruck eines Publicity-Stunts.

Sagmeister bleibt in jedem Moment zu sehr eitler Selbstdarsteller, um dem Designer wirklich nahe zu kommen. Das mag streckenweise vergnüglich sein, mündet aber letztlich bloß in banalen Erkenntnissen.

Fazit: Stefan Sagmeisters Dokumentarfilm über die Suche nach dem persönlichen Glück ist eindeutig von seinem bekannten Macher geprägt. Charmante Animationen, der verspielte Einsatz von Typografie sowie eine skizzenhafte Dramaturgie verströmen wunderbare Leichtigkeit. Doch leider tritt die künstlerische Arbeit zugunsten des Selbstdarstellers Sagmeister immer weiter in den Hintergrund, "The Happy Film" entwickelt sich zu einer eitlen Nabelschau mit banalen Erkenntnissen.





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