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Right Now, Wrong Then
Right Now, Wrong Then
© Grandfilm

Kritik: Right Now, Wrong Then (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Right Now, Wrong Then" inszeniert der südkoreanische Regisseur und Drehbuchautor Hong Sang-soo ("Woman on the Beach", 2006) eine Boy-meets-girl-Geschichte, die erst einmal durch Reduktion auffällt: Die beiden Hauptdarsteller Jung Jae-young und Kim Min-hee stehen allein im Fokus, andere Figuren treten nur am Rand auf und verschwinden rasch wieder von der Bildfläche. Der Soundtrack macht ebenso sparsam von Musik Gebrauch, wie die Kamera von Bewegungen. Schnitte innerhalb einer Szene gibt es quasi nicht.

So erscheint das Treffen der Hauptfiguren in seiner Alltäglichkeit auf den ersten Blick als nüchterne Angelegenheit, die den Zuschauer in die Rolle eines distanzierten Beobachters drängt. Doch was so unscheinbar wirkt, verbirgt im Detail tiefe Einsichten sowie subtilen Witz. Vor allem durch den Clou des Films, das Kennenlernen der Protagonisten nach der Hälfte der Laufzeit noch einmal neu zu beginnen und eine zweite Version der Begegnung zu imaginieren, wird der spielerische Aspekt des Films deutlich.

Trotz des ungewöhnlichen Konzepts, das "Right Now, Wrong Then" zugrunde liegt, wirkt hier nichts verkopft und starr. Stattdessen prägt eine wunderbare Leichtigkeit den Film, das improvisiert wirkende Spiel der Darsteller stellt sich gekonnt Prätention und Fatalismus, den so ein künstlerischer Ansatz mit sich bringen kann, in den Weg. Mit seinen statischen Aufnahmen, seinen Wiederholungen, der lustigen Orgelmusik sowie Kamerazooms, die an eine Seifenoper erinnern, provoziert Hong zwar nicht, aber sein Film irritiert dennoch durch seine Eigenwilligkeit. Wer sich darauf einlassen kann, der darf hier einen der schönsten Liebesfilme des Jahres entdecken.

Fazit: Dieser südkoreanische Liebesfilm besticht durch Reduktion, Eigenwilligkeit und den Clou, die Begegnung der Hauptfiguren gleich in zwei Varianten zu imaginieren. Wo "Right Now, Wrong Then" auf den ersten Blick nüchtern und distanziert wirken mag, da offenbart sich im Detail eine große spielerische Lust sowie subtiler Witz.




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