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Kritik: Within (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nachdem sich Phil Claydon in seiner vorigen Regiearbeit "Lesbian Vampire Killers" (2009) dem Trashig-Lustigen widmete, präsentiert der britische Filmemacher mit "Within" einen schnörkellosen Mix aus Horror und Thriller. Hierfür nutzt er ein Drehbuch von Gary Dauberman, welcher etwa schon mit "Annabelle" (2014) und "Wolves at the Door" (2016) zwei solide, jedoch wenig innovative Vorlagen für Genre-Beiträge lieferte. In diese Riege reiht sich die von Claydon umgesetzte Geschichte nahtlos ein: Der zentrale Konflikt zwischen der Tochter, dem verwitweten Vater und dessen neuer Partnerin bleibt an der Oberfläche, die Spukhaus- und Home-Invasion-Szenen sind weitgehend Routine und der große Twist im letzten Drittel ist leider kaum überraschend.

Gleichwohl gelingt es dem Regisseur, zu Beginn dieser Wendung einen sehr intensiven, mit dumpf pochendem Herzschlag-Ton unterlegten Gänsehautmoment (Stichwort: Küchenschrank!) zu erzeugen, der tatsächlich noch lange nachwirkt. Auch die finalen Bilder von "Within" sind – nicht zuletzt dank der Kameraführung von James Kniest sowie den Klängen des Komponisten Benjamin Wallfisch – durchaus eindringlich. An vielen Stellen lässt das Werk allerdings Leerlauf oder einen Rückgriff auf Grusel- und Familiendramen-Klischees erkennen. Der Versuch, den Genre-Plot sozialpolitisch zu unterfüttern, indem die verheerenden Folgen der US-Finanz- und Immobilienkrise gestreift werden, vermag nicht so recht zu überzeugen – und die von Ronnie Gene Blevins verkörperte Figur des belästigenden Handwerkers Ray ist deutlich zu überzogen gezeichnet, um einen Antagonisten abzugeben, der nicht nur im wörtlichen Sinne "spannend" ist.

Die junge Hauptdarstellerin Erin Moriarty, die unter anderem bereits in den Serien "True Detective" und "Jessica Jones" sowie im Indie-Hit "Captain Fantastic" zu sehen war, agiert indes glaubhaft; ebenso machen Michael Vartan (bekannt aus "Alias – Die Agentin") und Nadine Velazquez ("Flight") ihre Sache ziemlich gut. Allen drei Figuren fehlen aber letztlich interessante Eigenschaften, um wirklich für sich einzunehmen. Dass JoBeth Williams – die einst in "Poltergeist" (1982) gegen übernatürliche Bedrohungen im US-Vorstadtheim kämpfte – kurz als Nachbarin auftritt, ist ein hübscher Einfall, erinnert uns jedoch zugleich daran, dass es entschieden effektivere und unterhaltsamere Schocker als "Within" gibt.

Fazit: Passabler und in den Hauptrollen ordentlich gespielter Genrefilm, der aber nur selten richtig eindrückliche Momente hervorbringt und seine inhaltliche Tiefe lediglich behauptet.





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