VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Declassified: The Mutoid Waste Files - The Mutoid...-1994
Declassified: The Mutoid Waste Files - The Mutoid Waste Company 1989-1994
© Uli Happe

Kritik: Declassified: The Mutoid Waste Files - The Mutoid Waste Company 1989-1994 (1989)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Über Jahre hinweg hat der Regisseur und Cutter Uli Happe die Performancekünstler der Mutoid Waste Company begleitet und Unmengen an Material gefilmt. Mit seinem eineinhalbstündigen Dokumentarfilm "Declassified: The Mutoid Waste Files" präsentiert der Filmemacher nun ein faszinierendes Zeitdokument, das nicht nur Einblicke in das Künstlerkollektiv erlaubt, sondern zugleich alternative Szenen und Subkulturen Europas zu Beginn der 1990er Jahre beleuchtet.

"Declassified" bietet dabei keinen distanzierten Blick von außen, sondern vermittelt von der ersten Einstellung an das Gefühl des Mittendrin-seins. Sprunghafte Schnitte sowie das aus heutiger Sicht grob wirkende Videomaterial und der stets leicht verrauschte Ton bilden dabei ein stimmiges Fundament für Happes Dokumentarfilm: So rau, ungehobelt und energiegeladen wie die von Punk und Comics inspirierten Künstler der Mutoid Waste Company sich geben, so ist auch ihr filmisches Porträt geworden.

Wer einen typische Dokumentarfilm mit nüchternen Experten, Talking-Head-Interviews sowie klaren Erläuterungen erwartet, wird hier wohl enttäuscht werden. Happe folgt dem wild trommelnden Rhythmus seiner Protagonisten und opfert dafür manches Mal Nachvollziehbarkeit für Unmittelbarkeit. Zusammenhänge werden dadurch nicht immer sofort ersichtlich und auch dramaturgisch hätte ein Schritt zurück "Declassified" an manchen Stellen gut getan. So verliert sich der sehenswerte Film zum Ende hin in Redundanzen und mag nicht von den Performances loskommen, wenn man als Zuschauer eventuell schon genug gesehen hat.

Fazit: Uli Happe ist mit "Declassified: The Mutoid Waste Files" ein faszinierendes Zeitdokument gelungen, dessen Videoaufnahmen so rau und energiegeladen wie seine Protagonisten wirken. Die unmittelbare Nähe zum Sujet sowie das Gefühl des Mittendrin-seins sind sicherlich Stärken des Films, sorgen mitunter aber für Verständnisprobleme und dramaturgische Redundanzen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.