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No Way Out - Gegen die Flammen
No Way Out - Gegen die Flammen
© Studiocanal

Kritik: No Way Out - Gegen die Flammen (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Am 28. Juni 2013 brach auf dem Yarnell Hill in Arizona ein Feuer aus, das schnell verheerende Dimensionen erreichte und zahlreiche Todesopfer forderte. Die Katastrophe, die in den USA für großes Entsetzen sorgte, zeichnet Joseph Kosinski ("Oblivion") nun in "No Way Out – Gegen die Flammen" nach und setzt dabei erfreulicherweise nur selten auf das in Hollywood-Tatsachendramen übliche Pathosgehabe. Statt dick aufzutragen und das Unglück plump auszuschlachten, konzentriert sich der Film ganz auf seine Protagonisten und ihre kräftezehrende, lebensgefährliche Arbeit, vor der man ohne Wenn und Aber den Hut ziehen muss.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der erfahrene Feuerwehrmann Eric Marsh (Josh Brolin), der das ihm unterstellte Team unbedingt in eine Hotshot-Crew verwandeln will. So werden in den Vereinigten Staaten Spezialeinheiten genannt, die an vorderster Front Wald- und Flurbrände bekämpfen. Trotz des großen Ziels erklärt sich Marsh bereit, den Junkie Brendan McDonough (Mile Teller) in seine Truppe aufzunehmen, dem das harten Training zunächst schwer zu schaffen macht. Mit der Zeit integriert sich der junge Mann allerdings immer besser und darf sich zusammen mit seinen Mitstreitern irgendwann tatsächlich über die Anerkennung als Hotshot-Einheit freuen. Als die verschworene Gemeinschaft zum Feuer am Yarnell Hill ausrückt, ahnt niemand, dass eine schreckliche Tragödie bevorsteht.

Kosinski und seine Drehbuchautoren Ken Nolan und Eric Warren Singer nehmen ihre Figuren spürbar ernst und widmen sich immer wieder ihrem Privat- und Innenleben. Angenehm unaufdringlich betten sie etwa die Dissonanzen zwischen Marsh und seiner Ehefrau Amanda (Jennifer Connelly), die sich sehnlichst ein Kind wünscht, in das Geschehen ein und lassen so eine starke Bindung entstehen. Emotional berührend fällt auch der Moment aus, in dem der um einen Neuanfang kämpfende Brendan zum ersten Mal auf sein Baby aufpassen muss, was ihn sichtlich ins Schwitzen bringt.

Dass sich Marsh und Co wie Menschen aus dem echten Leben anfühlen, mit denen man bereitwillig mitfiebert, liegt freilich nicht zuletzt an den bodenständig-überzeugenden Darbietungen der Darsteller, die den Zusammenhalt der Feuerwehrtruppe glaubhaft vermitteln und eine sympathische Testosteron-Atmosphäre heraufbeschwören. Ein Sonderlob verdient sich zweifelsohne Charakterkopf Josh Brolin, dessen kernige Art bestens zu seiner Rolle als fordernder, aber väterlicher Ausbilder passt. Zu den großen Stärken von "No Way Out – Gegen die Flammen" gehören darüber hinaus die umfangreichen Einblicke in die Arbeit der Hotshot-Einheiten, die am Boden – beispielsweise durch das händische Anlegen von Schneisen – wichtige Brandbekämpfungsschritte einleiten. Gerade für den mitteleuropäischen Zuschauer, der riesige, flächendeckende Feuerbrünste nur aus den Nachrichten kennt, ist das Gezeigte immer wieder erhellend und informativ.

Fazit: Mit "No Way Out – Gegen die Flammen" gelingt Joseph Kosinski ein eindringliches, überraschend facettenreiches Drama über eine real existierende Feuereinheit und ihren Kampf gegen den verheerende Waldbrand, der im Sommer 2013 auf dem Yarnell Hill in Arizona ausbrach.





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