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The Book of Gabrielle
The Book of Gabrielle
© Pro Fun Media

Kritik: The Book of Gabrielle (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "The Book of Gabrielle" legt die 1970 in London geborene Drehbuchautorin, Regisseurin, Produzentin, Schauspielerin und Zeichnerin Lisa Gornick nach "Do I Love You?" (2002) und "Tick Tock Lullaby" (2012) ihren dritten Indie-Langfilm vor. Abermals ist ihr ein kluger, tragikomischer Beitrag zum Queer Cinema gelungen, der sich differenziert dem Zwischenmenschlichen widmet und dabei äußerst facettenreiche Figuren mit glaubhaften Konflikten, Schwächen, Ängsten und Sehnsüchten entwirft.

Das Werk, welches auf dem UK International Jewish Film Festival 2016 seine Premiere feierte, erinnert an das Œuvre von Woody Allen (insbesondere an dessen Arbeiten aus den 1970er Jahren), ist jedoch deutlich bodenständiger und unaufgeregter. Es geht darin um Inspiration und Kreativität, um den schwierigen Verlauf eines Schaffensprozesses sowie um eine intellektuelle Sicht auf Liebe und Sexualität. Als Künstlerin setzt sich die titelgebende Protagonistin mit ihrer amourösen Vergangenheit und Gegenwart auseinander; dabei erweist sich das Skript von Gornick als erfreulich klischeefrei und originell. Das coming of age und die Entwicklung der Figur werden interessant geschildert – und durch die von Gornick selbst gefertigten Illustrationen für Gabrielles ambitioniertes Buchprojekt wunderbar visualisiert. Hinzu kommen gut geschriebene Dialoge, vor allem in den Szenen zwischen Gabrielle und dem von Allan Corduner leicht süffisant verkörperten, älteren Schriftsteller Saul.

Zwischen Gornick und Corduner (der – zumeist als Nebendarsteller – schon in etlichen Produktionen, etwa "Mr. Nobody" und "Florence Foster Jenkins", zu sehen war) stimmt die Chemie; dem (Arbeits-)Verhältnis zwischen der nachdenklichen Gabrielle und dem schwer einschätzbaren Saul haftet stets etwas Ambivalentes an und ist dadurch überaus spannungsreich. Die Liebesbeziehung zwischen Gabrielle und Olivia hätte indes noch eine etwas tiefere Auslotung verdient. Doch auch hier vermag das (Zusammen-)Spiel von Gornick und Anna Koval zu überzeugen.

Fazit: Intelligent geschriebene und ansprechend illustrierte Dramedy über das kreative Schaffen einer Fortysomething-Autorin; auch schauspielerisch ein stimmiger Film.





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