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Kritik: Gauguin (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dem Regisseur und Drehbuchautor Édouard Deluc gelingt es in dieser Künstlerbiografie über Paul Gauguin durchaus, die Faszination, die Polynesien auf den berühmten Maler ausübte, fassbar zu machen. Zusammen mit Warren Ellis' stimmungsvollem Soundtrack sowie den beeindruckenden Aufnahmen von Pierre Cottereau erschafft der Filmemacher mit "Gauguin" ein dichtes Stück Abenteuerkino, das von der Ferne träumen lässt.

Dabei ist das Drama allerdings sichtlich bemüht, nicht bloß der zum Teil äußerst naiven Sicht des Titelhelden nachzueifern, sondern die Brüche in dessen Perspektive und Leben darzustellen. Die Inselwelt Tahitis wird für den Protagonisten so immer wieder zu einer zermürbenden Hölle – und Vincent Cassel erweist sich als passende Besetzung, um dem Getriebensein und den Seelenqualen des Künstlers ein Gesicht zu geben.

Doch so fesselnd diese von Deluc inszenierte Episode aus Gauguins Leben auch sein mag, es bleibt der Eindruck, dass hier mehr möglich gewesen wäre. Zuschauern, die sich bislang nicht mit Paul Gauguin, seinem Leben und seinem künstlerischen Werk auseinandergesetzt haben, dürfte es mitunter an Kontext fehlen, um das Gesehene einordnen zu können. Und auch Kenner dürften alles in allem zu kurz kommen: Letztlich bietet "Gauguin" nämlich lediglich gut in Szene gesetztes, aber vorhersehbares Arthauskino, das näher an Genre-Konventionen als an den Eigenheiten der Hauptfigur bleibt.

Fazit: Édouard Deluc inszeniert eine Episode aus Paul Gauguins Leben und kann sich dabei sowohl auf einen starken Hauptdarsteller als auch auf die fesselnde Inszenierung verlassen. Leider mangelt es "Gauguin" jedoch mitunter an Kontext und Deluc setzt zu sehr auf Konventionen des Arthauskinos, statt die Eigenheiten der Titelfigur zu ergründen.





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