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Kritik: Helle Nächte (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Helle Nächte" spaltete auf der diesjährigen Berlinale die Kritiker. Der angelsächsische Raum fand Thomas Arslan's Drama schlicht langweilig, während die deutschen Rezensionen wesentlich wohlwollender ausfielen. Auf eines kann man sich mit Sicherheit einigen: Dieser spartanische, vor Ort in Norwegen und in Berlin gedrehte Streifen ist sicherlich kein Stimmungsaufheller.

Arslan dreht nicht semi-dokumentarisch, aber er enthält seiner Handlung alle dramatischen Wirren vor. Wenn in seinem Film ein Auto stehen bleibt, dann weil das Benzin zur Neige gegangen ist, nicht um einen Vorwand für eine Bärenattacke zu liefern. Es geht auf die höchst mögliche realistische Art und Weise um das Umeinanderkreisen eines Vaters und seines Sohnes. Realistisch heißt hier: Keine geschliffenen Dialoge, keine Handlungsvolten, sondern das Leben als lange, meist ruhige Fahrt, unterbrochen von Wortwechseln und Gefühlsausbrüchen, die sich der Zuschauer auch im wahren Leben ausmalen kann.

Nun liegt es im Auge des Betrachters, wie viel Faszination von diesem schnörkellosen Stück Kino für ihn ausgeht. Auf der einen Seite ist es nahezu erfrischend, auf der Leinwand keine explodierenden Planeten zu sehen, sondern das Innenleben seiner Protagonisten zu erahnen. Tristan Göbel überzeugt als teilweise rotziger Teen weniger, aber Georg Friedrich ist großartig, schafft genau die richtige Balance zwischen passiv-aggressiv und dem Bemühen, wie eine personifizierte ausgestreckte Hand wirken zu wollen. Auf der anderen Seite wird spätestens mit der vierminütigen ungeschnittenen Fahrt zum Schluss im Auto deutlich, wie dünn das Geschehen selbst für einen mit rund 80 Minuten nicht nachgerade langen Film ist. Viel zu zeigen hat der Streifen trotz der norwegischen Natur nicht; wie viel er zu erzählen hat, ist fraglich.

Fazit: Ein ungeschminktes, lebensnahes Drama ohne überraschende Handlung, mit trotz kurzer Laufzeit zu viel Leerlauf, aber einer hervorragenden Darstellung von Georg Friedrich.




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