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Kritik: Bad Moms 2 (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit der Komödie "Bad Moms" konnte das Drehbuch- und Regie-Duo Jon Lucas und Scott Moore (welches gemeinsam etwa auch das Skript zu "Hangover" verfasste) im vorigen Jahr einen veritablen Publikumserfolg verbuchen. Das Werk zeichnete sich zwar nicht durchgängig durch zündende Gags aus und präsentierte zudem recht oberflächlich gestaltete Figuren, verfügte jedoch über einige gelungene Szenen, die sich dem Erwartungsdruck auf Mütter (im suburbanen US-Mittelstand) widmeten. Eine große Rolle kam dabei dem Schauplatz Schule zu, an welchem stets ein hohes Engagement der Mütter gefordert wird. In der erstaunlich schnell folgenden Fortsetzung "Bad Moms 2" geht es hingegen um die Weihnachtsfeiertage, die – wie es zu Beginn heißt – für Mütter die stressigste Zeit des Jahres sind, eigentlich aber die schönste Zeit sein sollten.

Wenn die drei Protagonistinnen Amy, Kiki und Carla beschließen, Weihnachten auf ihre Art zu feiern, statt sich zu sorgen, dass alles perfekt wird, sollte man sich als Zuschauer_in allerdings keinen Anarcho-Spaß im Stile von "Hilfe, es weihnachtet sehr" (1989) erhoffen. Der Film bleibt in seiner Demontage des Feiertagsirrsinns ziemlich harmlos – und hat ohnehin wenig Originelles zu bieten. Statt (wie in Teil 1) zu zeigen, wie Amy mit Job-Ansprüchen und mütterlichen Pflichten zu jonglieren versucht, fängt "Bad Moms 2" nun ein, wie sich die Mittdreißigerin bemüht, das Haus zu schmücken, für all ihre Mitmenschen möglichst schöne Geschenke zu kaufen und einzupacken sowie zu kochen, abzuwaschen et cetera. Und statt sich im Supermarkt unanständig zu benehmen, macht das Trio diesmal eine Shopping-Mall unsicher – erneut mit flotten Beats unterlegt und in Slow Motion festgehalten. Ferner gibt es etwa ein erbittertes Völkerball-Duell zwischen Mutter und Tochter und die Zertrümmerung eines festlich geschmückten Hauses zu sehen. Der Wortwitz hält sich leider in Grenzen; die Bilder von Kameramann Mitchell Amundsen gehen selten über Sitcom-Niveau hinaus. Im letzten Drittel des Werks werden dann rührselige Töne angeschlagen – was indes kaum zu überzeugen vermag, da es dem Personal an Tiefe mangelt.

Dass "Bad Moms 2" dennoch leidlich funktioniert, ist der Spielfreude des Ensembles zu verdanken. Die Chemie zwischen Mila Kunis, Kristen Bell und Kathryn Hahn als Dreiergespann stimmt; gleichwohl haben alle drei schon deutlich bessere und lustigere Leistungen in ihren Karrieren an den Tag gelegt. Herrlich ist die Liebesanbahnung zwischen der von Hahn verkörperten Carla und dem Feuerwehrmann/Stripper Ty Swindel (gespielt von Justin Hartley, unter anderem bekannt aus "Smallville" und "This Is Us"): Hier treffen amüsante Nonsens-Dialoge (Sie: "Wie hast du mich gefunden?" – Er: "Ich habe einfach gesucht!") auf eine wunderbar entrückte Darstellung. Als Mütter der drei Hauptfiguren liefern Christine Baranski ("Cybill", "Mamma Mia!"), Cheryl Hines ("Suburgatory") und Susan Sarandon solide Auftritte, können die karikatureske Zeichnung ihrer Figuren damit aber nicht verbergen.

Fazit: Eine weitgehend einfallslos geschriebene und ambitionsfrei in Szene gesetzte Feiertagskomödie, die eher zahm bleibt und einzig von ihren engagiert agierenden Schauspielerinnen lebt.





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