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Fack ju Göhte 3
Fack ju Göhte 3
© Constantin Film

Kritik: Fack ju Göhte 3 (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wie schon die beiden vorangegangenen Teile entstand "Fack ju Göthe 3" erneut nach einem Drehbuch und unter der Regie von Bora Dagtekin. Der aus Hannover stammende Regisseur machte Hauptdarsteller Elyas M’Barek mit seiner Serie "Türkisch für Anfänger" vor zehn Jahren zum Star. Auf "Fack ju Göthe 3" lastet ein großer Erfolgsdruck, gehören die ersten beiden Filme mit je weit über sieben Millionen Kinobesuchern in Deutschland, doch zu den größten deutschen Kino-Hits aller Zeiten. Der Film wurde von März bis Juli 2017 in verschiedenen Schulen in und um München gedreht.

Nachdem eine Klassenfahrt nach Thailand im Zentrum des zweiten Teils stand, kehren die Schüler aus Zeki Müllers "Monsterklasse" im finalen dritten Film nun wieder zurück ins Klassenzimmer. Nun stehen die Schüler – darunter die zur Ikone gewordene Dumpfbacke Chantal (Jella Haase) – kurz vor dem Abitur und damit dem Ende ihrer Schullaufbahn. Ein wenig Nostalgie und Wehmut angesichts des bevorstehenden Abschieds könnte sich daher auch bei dem einen oder anderen Zuschauer einschleichen. Überhaupt versucht Regisseur Dagtekin immer wieder nachdenklich-melancholische und ernste Töne anzustimmen, etwa wenn er die Themen (digitales) Mobbing, Suizid sowie Drogensucht – allerdings unter den Eltern, nicht den Schülern – in seinen Film einbaut.

Eine entsprechende Wirkung beim Publikum erzielt dies allerdings nicht. Denn jeder Versuch einer ernsten Auseinandersetzung damit wird im Keim erstickt, wenn kurz darauf derbe Sprüche und der obligatorische, aufgedreht-schrille (Slapstick-)Humor zum Einsatz kommen. Die "Fack ju Göthe"-Filme schaffen es einfach nicht, auf glaubwürdige Art dramatische Töne anzustimmen. Dafür sind die Szenarien und Geschehnisse aus den drei Filmen insgesamt, schlicht zu unrealistisch. Und die Verhaltensweisen der Figuren nicht selten unlogisch und wenig nachvollziehbar. Da hilft es auch nicht, wenn Zeki Müller von seinen eigenen Mobbingerfahrungen berichtet. Diese Anstrengungen, Dramatik zu implementieren und Reflexion beim Zuschauer über diese Inhalte anzustoßen, wirken bemüht.

Stattdessen hätte sich der Film ausschließlich auf seine komischen Elemente und die politisch unkorrekten Gags konzentrieren sollen. Denn davon gibt es trotz der oben beschriebenen Inhalte immer noch eine ganze Menge – und diese zünden meist auf ganzer Linie und dürften die Fans des Franchise voll zufrieden stellen. Etwa wenn Müller im Drogenrausch das Klassenzimmer entert oder die (eigentlich brave und idealistische) Neu-Lehrerin volltrunken ins Schulgebäude torkelt. In diesen Momenten ist der Film laut, grobschlächtig und frech. Genauso, wie der Humor in den ersten Werken daherkam. Und insgesamt fast 15 Millionen Kinobesuchern zwar nicht besonders anspruchsvolle, aber kurzweilige, ungemein spaßige Unterhaltung boten.

Fazit: Auch wenn die Versuche, nachdenkliche, ernste Töne anzustimmen, erneut fehlschlagen, bietet der finale Teil der Reihe nochmals kurzweilige, amüsante Unterhaltung. Dem gewohnt politisch unkorrekten, schrillen Witz und derben Slapstick-Elementen sei Dank.




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