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Die Göttliche Ordnung
Die Göttliche Ordnung
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Die Göttliche Ordnung (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Als eines der letzten europäischen Länder führte die Schweiz im Jahr 1971 das Wahlrecht für Frauen ein, im Kanton Appenzell Innerrhoden dauerte es bis zur Einführung sogar noch 20 weitere Jahre. An den mühsamen, langwierigen Kampf gegen Bevormundung und Vorurteile, den unzählige Frauen ausgefochten haben, erinnert nun Petra Volpes "Die göttliche Ordnung".

Die Botschaft des Films ist dabei so richtig wie eindeutig: Die Ungleichbehandlung von Frauen widerspricht der Menschenwürde und der Widerstand gegen solches Unrecht erfordert ebenso Mut wie Solidarität. Würde man "Die göttliche Ordnung" nun also auf seine Message beschränken, gäbe es wohl nicht viel zu kritisieren.

Doch Volpes Komödie möchte in erster Linie als Unterhaltungsfilm funktionieren und offenbart hierbei doch deutliche Schwächen. Die Schweizer Produktion ist technisch zwar durchaus solide umgesetzt und bietet mit Judith Kaufmanns ("Vier Minuten", 2006) Bildgestaltung zumindest in visueller Hinsicht einen echten Höhepunkt.

Story, Dialoge und Schauspieler können da leider nicht ansatzweise mithalten: Der Plot ist vorhersehbar und entwickelt sich genau wie die Figuren auf mechanisch anmutende Weise. Alles passiert hier, weil es so laut Drehbuch passieren muss – organisch fühlt sich das zu keinem Augenblick an und die Motivationen der Protagonisten wirken aufgesetzt. Vor allem die Männer sind bei Volpe oft nur flache Karikaturen und erzeugen gemeinsam mit den plakativen Dialogen einen ungelenken, allzu belehrenden Eindruck.

So bietet "Die göttliche Ordnung" letztlich bloß einen braven, etwas besserwisserischen Blick zurück in die Schweizer Geschichte. Einer Antwort auf die Frage, was das alles mit unserer heutigen Zeit zu tun hat, bleibt Volpe leider schuldig.

Fazit: Petra Volpe bietet mit "Die göttliche Ordnung" einen ebenso braven wie besserwisserischen Blick zurück in die Schweizer Geschichte. Trotz ihrer richtigen Botschaft und einer starken Bildgestaltung kann die Dramödie nicht überzeugen und langweilt mit flachen Figuren sowie plakativen Dialogen.





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