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Tatlim Tatlim: Haybeden Gerceküstü Ask
Tatlim Tatlim: Haybeden Gerceküstü Ask
© AF Media

Kritik: Tatlim Tatlim: Haybeden Gerceküstü Ask (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der komödienerfahrene Yılmaz Erdoğan, der sowohl als Darsteller als auch als Drehbuchautor und Regisseur bekannt ist (in allen drei Funktionen zum Beispiel bei "Organize İşler – Krumme Dinger am Bosporus"), legt mit "Tatlım Tatlım – Haybeden Gerceküstü Ask" eine episodisch erzählte Romantic Comedy über vier Paare vor. Als Zuschauer_innen begleiten wir die acht Beteiligten, die stets "Tatlım" (zu Deutsch etwa "Schatzi") genannt werden, durch diverse Standardsituationen des Liebesfilms, von der ersten Begegnung über das Kennenlernen bis hin zu kleineren sowie größeren Irritationen und dem möglichen Aus der Beziehung. Viele Szenen ereignen sich in Innenräumen, später vor allem im Häuslichen, weshalb das Werk visuell recht schlicht bleibt. Telefonate im Split-Screen-Verfahren lassen indes an Klassiker wie "Bettgeflüster" (1959) denken. Wenn es gegen Ende in sämtlichen Handlungssträngen zum Zerwürfnis zu kommen droht, werden die vier Geschichten clever ineinander montiert.

In erster Linie lebt "Tatlım Tatlım" von den amüsanten Dialogen und dem spielfreudigen Ensemble. Çağlar Çorumlu, der sein Talent fürs Tragikomische in "Prensesin Uykusu – Schlaf der Prinzessin" bewies, und Şebnem Bozoklu, die ein deutlicher Lichtblick in der Posse "Niyazi Gül Dört Nala" war, interpretieren die Eifersuchtsmomente sowie die Diskussionen über schamlose Kurznachrichten oder enervierende Familienmitglieder mit Energie; und auch Bülent Emrah Parlak und Aylin Kontente bereiten Vergnügen, wenn sie sich in einer Der-Morgen-danach-Passage gegenseitig die Bälle zuspielen oder die Hochzeitsreise des Paares nach Paris verbal Revue passieren lassen.

Noch stärker sind hingegen die anderen beiden Episoden. Serkan Keskin ("Limonata") und Büşra Pekin sind wunderbar, insbesondere beim ersten (Seeufer-)Restaurant-Date ihrer Figuren, welches nach reichlich Alkohol im Wasser endet, oder bei einem Streit, der wegen des heiklen Themas "Haare" entbrennt. Pekin nutzt in solchen Szenen perfekt ihren Theaterhintergrund sowie ihre Sketch-Erfahrung aus der Fernsehshow "Çok Güzel Hareketler Bunlar", die Yılmaz Erdoğan entwickelt hat (und in der auch Bülent Emrah Parlak zu sehen war). Zu den schönsten Momenten zählt indessen die Kino-Verabredung und das anschließende Gespräch in verschneiter Nacht zwischen den Figuren von Fatih Artman (bekannt aus der Krimiserie "Behzat Ç. Bir Ankara Polisiyesi") und der Comedy-erprobten Gupse Özay, die sich in Filmen wie "Deliha" oder "Görümce – Die Schwägerin" bisher eher schrill zeigte. Der nicht ganz freiwillige Heiratsantrag, der an späterer Stelle folgt, wird ebenfalls gelungen dargeboten.

Fazit: Eine inszenatorisch unauffällige Episoden-RomCom mit witzigen Wort-Duellen und einem gut aufgelegten Schauspiel-Oktett.






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