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Operation: 12 Strong
Operation: 12 Strong
© Concorde

Kritik: Operation: 12 Strong (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Operation: Strong" basiert auf der Romanbiografie "Horse Soldiers: The Extraordinary Story of a Band of US Soldiers Who Rode to Victory in Afghanistan", die von Doug Stanton stammt und 2009 veröffentlicht wurde. Stanton war einer der zwölf Soldaten, die 2001 jene Sondereinheit des US-Militärs bildete. Der Film, der von Jerry Bruckheimer produziert wurde, entstand unter anderem in den US-Kleinstädten Socorro und Alamogordo in New Mexico. In Nebenrollen sind die bekannten Darsteller Michael Shannon ("Shape of water") und Michael Pena ("Babel") zu sehen.

Der März ist der Monat der unreflektierten, gewaltverherrlichenden und wenig tiefgründigen Action- und Baller-Streifen. Bruce Willis geht in "Death Wish" auf einen blutigen Rache-Trip, Chris Hemsworth wird als US-Colonel nach Afghanistan geschickt, um gegen die Taliban zu kämpfen.

Handwerklich ist "Operation: 12 Strong" zunächst einmal nichts vorzuwerfen. Die (teils enorm brutalen) Kampfszenen und Schusswechsel sind packend und mit viel Tempo inszeniert, Action-Fans werden daran ihre Freude haben. Hinzu kommt, dass man durch die unwirtlichen, zerstörten Landschaften Afghanistans reitende (!) Soldaten auch nicht alle Tage im Kino zu Gesicht bekommt.

In den meisten Filmen dieser Art sind die US-Kämpfer perfekt ausgerüstet, in modernstem Kriegsgerät unterwegs und mit allerlei technischem Schnickschnack ausgestattet. Nicht so in "Operation: 12 Strong". Dort handelt es sich bei den Soldaten um eher schlecht ausgestattete Kämpfer, die wie Cowboys durch die Prärie reiten. Nur dass die Prärie hier alles andere als idyllisch und unberührt, sondern ein hart umkämpftes, karges Kampfgebiet in Südasien ist – was abseits bekannter Sehgewohnheiten zumindest für ein wenig Abwechslung sorgt.

Das war es dann aber auch schon, was "Operation: 12 Strong" an positiven Aspekten zu bieten hat. Denn letztlich ist der Film vor allem eine typische, Testosteron-geschwängerte Action-Produktion aus dem Hause Bruckheimer mit inhaltsleeren Phrasen, vor Klischees triefenden Figuren, austauschbaren Soldaten-Abziehbildern sowie einer ärgerlichen Eindimensionalität. Der Film hinterfragt zu wenig die Hintergründe, geschweige denn, dass er das Leid der Zivilbevölkerung beleuchtet. Er stilisiert vielmehr die Soldaten unkritisch und unreflektiert zu mutigen, selbstlosen Helden, die für ihr Land sterben würden und sich deshalb aufopferungsvoll 50 000 Taliban in den Weg stellen. Zu alledem erklingt bedeutungs-schwangerer, pathetischer Orchester-Sound, angereichert mit peinlichen 08/15-Kampf-und-Durchhalte-Parolen ("Wir werden sie besiegen", "Wir werden keinen Mann verlieren" etc.).

Fazit: Eine typische Bruckheimer-Produktion: Satte Action und reichlich Geballer treffen auf unreflektiertes Handeln der Hauptfiguren, ärgerlichen Hurra-Patriotismus und kitschig-affektierte Filmmusik.




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