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6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU
6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU
© P'Artisan Filmproduktion GmbH

Kritik: 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Dass der Schriftsteller Sobo Swobodnik auch ein fähiger Filmemacher ist, hat er als Regisseur und Drehbuchautor von Dokumentarfilmen wie "Silentium – Vom Leben in Kloster" (2015) und "Der Papst ist kein Jeansboy" (2011) bereits bewiesen. Mit "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU" erweitert Swobodnik sein filmisches Schaffen nun nicht bloß thematisch, sondern beschreitet auch formal neue Wege.

Sein eigenwilliger Essayfilm über wird besonders von der Tonspur bestimmt: Schauspieler des Berliner Ensembles tragen aus dem Off Prozess- und Ermittlungsprotokolle sowie Zeitungsberichte vor. Dabei kommen neben den ermittelnden Behörden, Journalisten und Politikern vor allem die Angehörigen der zehn Mordopfer des NSU zu Wort.

Leider findet Swobodnik keinen passenden Rahmen für diese an sich interessanten Statements: Die überpräsente Musik von Elias Gottstein lenkt oftmals vom Inhalt ab, während die begleitenden Schwarzweißaufnahmen von Tatorten belanglos bleiben. Der allgemeinen Ratlosigkeit, die den Umgang mit dem NSU in der Öffentlichkeit immer noch bestimmt, mag mit diesem Konzept zwar Rechnung getragen werden, einen 75-minütigen Kinofilm trägt es jedoch nicht.

Fazit: Den Kern dieses filmischen Essays von Sobo Swobodnik bilden die von Schauspielern gesprochenen Worte aus dem Off, Mitglieder des Berliner Ensembles tragen Sätze aus Ermittlungsprotokollen und Zeitungsberichten vor. Daneben hat "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU" jedoch wenig zu sagen – belanglose Schwarzweißbilder sowie unpassende Musikuntermalung schaffen einen wenig produktiven Rahmen für dieses eigenwillige Konzept.





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