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Amateurs in Space
Amateurs in Space
© One Filmverleih

Kritik: Amateurs in Space (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Max Kestner inszeniert seinen Dokumentarfilm "Amateurs in Space" als eine typische Underdog-Geschichte: Ausgerechnet zwei Dänen träumen davon, ohne die Unterstützung der Regierung eine Weltraumrakete zu bauen und diese bemannt ins All zu schicken. Den Protagonisten Kristian von Bengtson und Peter Madsen dient dabei die US-amerikanische Raumfahrt der 1960er-Jahre als Inspiration und auch Kestners Herangehensweise als Regisseurs scheint von Errungenschaften jenseits des Atlantiks geprägt zu sein. Die Art, wie er seine Story erzählt, erinnert nämlich stark an konventionelles Hollywoodkino, Hans Møllers auf Emotionen zielender, aber recht lustloser Soundtrack verstärkt diesen Eindruck noch.

Ganz großes Kino mag Kestner allerdings nicht gelingen: Die Dramaturgie bleibt zu holprig, um mitzureißen, und die Akteure bis zum Ende fremd. Dabei ist "Amateurs in Space" sichtlich darum bemüht, den Tüftlern von Bengtson und Madsen nahe zu kommen und deren zwischenmenschliche Konflikte dramatisch zu erfassen. Im oftmals anekdotisch anmutenden Wechsel von Interviews, Archivmaterial und Email-Verkehr dringt Kestner allerdings niemals tief unter die Oberfläche.

Einen besonderen Reiz dürfte "Amateurs in Space" auf die Zuschauer ausüben, die aus der Presse erfahren haben, dass ebenjener Peter Madsen verdächtigt wird, am mysteriösen Tod einer schwedischen Journalistin an Bord eines U-Boots beteiligt zu sein. Tatsächlich erscheint einem das Verhalten Madsens vor diesem Hintergrund auffällig und so manche seiner Aussagen erhält eine unheimliche Mehrdeutigkeit. Tiefe Einblicke gewährt Kestners Dokumentarfilm allerdings auch hier nicht, es bleibt bei einer vagen Einladung zu Spekulationen und gedanklichen Schnellschüssen.

Fazit: Max Kestners Dokumentarfilm erzählt nach Manier eines Hollywoodfilms von zwei Underdogs, die gemeinsam ihren Traum verwirklichen wollen. Der lustlose Soundtrack, die holprige Dramaturgie sowie der oberflächliche Blick auf die Akteure lässt "Amateurs in Sapce" allerdings an seinen eigenen Ansprüchen scheitern.





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