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Daddy's Home 2
Daddy's Home 2
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Daddy's Home 2 (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Platte Albernheiten bestimmten den Wettstreit in der Komödie "Daddy’s Home", die Will Ferrell und Mark Wahlberg als konträre Vaterfiguren zeigte. Leichtfertig verschenkte der von Sean Anders ("Kill the Boss 2") inszenierte und mitgeschriebene Spaß sein satirisches Potenzial und verpasste es, einen gewitzten Blick auf heutige Familienkonstellationen und Männlichkeitsbilder zu werfen. Hintersinnig präsentiert sich auch die an Weihnachten spielende Fortsetzung nicht. Von einem Fiasko, wie es die US-Kritiker herbeischreiben, ist der Nachfolger aber doch ein gutes Stück entfernt. "Daddy’s Home 2 – Mehr Väter, mehr Probleme!" fällt insgesamt etwas witziger aus und bietet halbwegs solide Unterhaltung, lässt jedoch immer wieder Gelegenheiten verstreichen, um richtig durchzustarten.

Das Konzept des Sequels ist schnörkellos und einfach: Nachdem der brave Brad (Ferrell) und der machohafte Dusty (Wahlberg) ihren Hahnenkampf beendet und beschlossen haben, als Co-Dads gemeinsam für Dustys Kinder Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Vaccaro) da zu sein, braucht es Impulse von außen, um das alte Ringen wieder zu eröffnen. Auslöser der neuen Zwistigkeiten ist das Auftauchen von Brads Papa Don (John Lithgow) und Dustys Vater Kurt (Mel Gibson), die das Drehbuch als komplett gegensätzliche Charaktere zeichnet. Während Don stets um Harmonie bemüht ist und Wärme ausstrahlt, erweist sich Kurt als harter Knochen, der mit dem Co-Dad-Arrangement rein gar nichts anzufangen weiß.

Die Konflikte und Diskussionen, die "Daddy’s Home 2" vor allem aus Kurts Sticheleien herauspresst, sind gewiss nicht originell oder besonders lustig, lassen aber keine allzu große Langeweile aufkommen. Immer mal wieder zaubert der erneut verantwortliche Sean Anders Slapstick-Einlagen aus dem Hut, in denen die recht spielfreudigen Darsteller ihr komödiantisches Talent beweisen dürfen. Herrlich amüsant ist etwa die Sequenz, in der Tollpatsch Brad die Außendekoration der Ferienhütte auf denkbar absurde Weise zerlegt. In manchen Momenten – unter anderem nach einem aus dem Ruder gelaufenen Krippenspiel – fragt man sich allerdings, warum der Film nur mit angezogener Handbremse unterwegs ist. Mut zu stärkeren Eskalationen hätte hier und da sicher nicht geschadet.

Ordentlichen Schwung nimmt der Film im letzten Drittel auf, das mit einem kräftigen Augenzwinkern ein festtägliches Wir-Gefühl beschwört. Im Gegensatz zur thematisch ähnlich gelagerten Komödienfortsetzung "Bad Moms 2" versinkt "Daddy’s Home 2" nicht in klebriger Gefühlsduselei, sondern zieht die obligatorische Besinnlichkeit gekonnt durch den Kakao. Zwiespältig bleibt – das wird einem spätestens am Ende klar – der Auftritt Mel Gibsons, der einerseits als bärbeißiger Macho überzeugt. Andererseits ist es aber schon ein wenig merkwürdig, wenn man im Wissen um die Ausfälle und Skandale des Hollywood-Stars zusehen muss, wie Kurt schamlos Frauen aufreißt.

Fazit: Passable Festtagskomödie ohne die ganz großen Gags, die dankenswerterweise nicht in übertriebenen Weihnachtskitsch verfällt.





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