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Monika Hauser - Ein Portrait (2017)

Women in War

Dokumentation über Monika Hauser und ihre Frauenrechtsorganisation, die sich um die Opfer von sexualisierter Kriegsgewalt kümmert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

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Monika Hauser stammt aus der Schweiz und ist Gynäkologin. Bekanntheit erlangte sie als Frauenrechtlerin und durch ihre die Organisation "medica mondiale". Das Ziel der 1993 in Köln gegründeten Organisation ist es, kriegstraumatisierten Frauen auf der ganzen Welt Hilfe zukommen zu lassen – medizinische und psychologische. Ihre Arbeit führte Hauser bereits in Kriegs- und Krisengebiete wie Uganda, Afghanistan, Kosovo und Liberia. Länder, in denen viele Frauen vor allem durch sexuelle Gewalt als Mittel der Kriegsführung schwer traumatisiert sind. Doch Hausers Arbeit trägt Früchte. Zu ihren jüngsten politischen Erfolgen gehört u.a. die Einführung eines Rentenanspruchs im Kosovo (2018) und in Bosnien-Herzegowina (2006) für Frauen, die in den Kriegen der 1990er Jahre vergewaltigt wurden.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die beiden Filmemacherinnen Edith Eisenstecken und Evi Oberkofler interviewten Monika Hauser für ihre Doku mehrfach und begleiteten sie auch zu ihrem Hilfsprojekt nach Bosnien. Oberkofler und Eisenstecken, die beide an der Hochschule für Film und Fernsehen München studierten, arbeiteten zuvor gemeinsam u.a. erfolgreich am Schnitt des Spielfilms "Doppelpack" (2000). "Monika Hauser" kommt pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum von medica mondiale im Jahr 2018 in die deutschen Kinos.

Behutsam und gefühlvoll nähern sich die beiden Filmemacherinnen einer außergewöhnlichen Frau, die mit ihrem Engagement Beachtliches geschaffen und erreicht hat. Unzähligen, von Gewalt und Unterdrückung gebrandmarkten Frauen und Mädchen ließ sie durch ihre Organisation Hilfe und Schutz zukommen. Von den ARD-Tagesthemen wurde sie dafür 2001 zur "Frau des Jahres" gewählt. Außerdem gehörte sie 2005 zu den Frauen, die von der Initiative "Friedensfrauen weltweit" für den Friedensnobelpreis nominiert wurden.

Der Film kommt seiner Hauptfigur sehr nahe und erreicht dies in erster Linie durch die vielen intensiv geführten Gespräche, in denen sich Hauser sehr offen über ihre Arbeit und ihre Motivation äußert. Besonders eindringlich gestalten sich die Momente in denen die Frauenrechtlerin von ihrer Familie erzählt. Und davon, dass ihre eigenen Großeltern schon jene Art von Gewalt erfuhren die auch die meisten Frauen erdulden mussten, um die sich Hauser und ihre Kollegen heute kümmern: Gewalttaten und Vergewaltigungen, die gezielt als Kriegswaffe eingesetzt werden. Um die Frauen, und damit den Feind, mundtot zu machen, emotional zu brechen und zu unterdrücken.

Allein weil dieses totgeschwiegene Thema – Gewalt an Frauen als gezielte Kriegswaffe – durch den Film Öffentlichkeit erfährt, wird dieser Doku eine Daseinsberechtigung zuteil. Stilistisch und inszenatorisch beweisen Oberkofler und Eisenstecken zudem Vielfalt und Kreativität: der Film beinhaltet Archivaufnahmen aus der Anfangszeit von "medica mondiale" in Bosnien, zeigt in Zwischensequenzen schemenhaft Personen in Verbindung mit eingeblendeten Zitaten, Interviews mit Weggefährten sowie erhabene Aufnahmen betörend schöner Landstriche, in denen sich jedoch die schlimmsten Verbrechen zugetragen haben. Ein verstörender Widerspruch.

Fazit: Nachhaltige, ungeschönte Doku über eine mutige Frau und ihr Lebensprojekt, ohne falsche Sentimentalität und Pathos umgesetzt.




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Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Kinostart: 03.05.2018
Regie: Evi Oberkofler, Edith Eisenstecken
Verleih: barnsteiner-film

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