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El SÉPTIMO SENTIDO - I am a dancer. Von der Kunst zu leben
El SÉPTIMO SENTIDO - I am a dancer. Von der Kunst zu leben
© barnsteiner-film

Kritik: El SÉPTIMO SENTIDO - I am a dancer. Von der Kunst zu leben (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Für beinahe jeden Künstler gibt es diesen einen Moment, in dem er sich für oder gegen seine Kunst entscheiden muss. Denn die wenigsten können von ihrer Kunst leben. "El Séptimo Sentido" lässt diese Momente in der Erinnerung der drei Porträtierten Revue passieren. Eugenia Morales hat sich nach drei Jahren im Berufsleben gegen die Architektur und für ihre Ballettschule entschieden. Avatâra Ayuso hat mit 22 Jahren beschlossen, keine Doktorarbeit zu schreiben, sondern eine Karriere als Choreografien einzuschlagen. Für Alejandra Baño steht der Moment hingegen noch aus. Aus dem Off stellt sie Überlegungen an, nach Spanien zurückzukehren und als Yogalehrerin ihr Geld zu verdienen. Statt diese Herausforderungen konkret ins Bild zu setzen, wird in "El Séptimo Sentido" allerdings viel zu viel darüber geredet.

Regisseurin Silke Abendschein will mit "El Séptimo Sentido" zu viel auf einmal. Ihr Dokumentarfilm, der von starken Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen erzählt, verliert die porträtierten Frauen zusehends aus den Augen. Wirklich nahe kommen wir allenfalls der Choreografin Avatâra, mit Abstrichen der Tänzerin Alejandra. Eugenia bleibt hingegen blass. Das liegt nicht zuletzt an der kurzen Laufzeit, die den drei Tänzerinnen nicht nur deutlich zu wenig Platz einräumt, sondern von Abendschein gegen Ende mit wahllosen Audio-Statements über die Lage des Kulturbetriebes im Allgemeinen und der Frauen darin im Besonderen vollgestopft wird.

Das ist eine vertane Chance. Denn die Situation der Künstlerinnen, das Nomadenhafte ihres Lebens, die Existenzängste, die Opfer und Entbehrungen, nicht zuletzt im Bezug auf die Gründung einer Familie, sind hochinteressant und längst auf andere Berufszweige übertragbar. Um all das unter einen Hut zu bringen, hätte es jedoch nicht nur einer längeren Laufzeit, sonder vor allem einer besseren, strukturierteren Dramaturgie bedurft. Immerhin entschädigen die Tanzszenen für diesen Mangel.

Fazit: Silke Abendscheins Dokumentarfilm über das entbehrungsreiche Leben dreier spanischer Tänzerinnen nimmt sich zu viel vor und scheitert letztlich an einer zu kurzen Laufzeit und einer schlechten Dramaturgie.





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