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Safari - Match me if you can
Safari - Match me if you can
© Concorde

Kritik: Safari - Match me if you can (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Safari – Match Me If You Can" legt der 1982 in München geborene Filmemacher Rudi Gaul ("Das Hotelzimmer") ein episodisch erzähltes Werk vor, das an Arthur Schnitzlers Bühnenstück "Reigen" (1920) sowie an die Beziehungskomödie "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" (1998) von Marc Rothemund denken lässt. Das Drehbuch, das Gaul gemeinsam mit Friederike Klingholz verfasst hat, schildert den Einfluss der fiktiven titelgebenden Dating-App Safari auf das (Liebes-)Leben diverser Menschen aus der bayerischen Hauptstadt. Dabei gelingen dem Skript und der Inszenierung ein paar gut beobachtete Momente; oft geraten die Irrungen und Wirrungen aber auch zu boulevardesk-albern.

Das Personal umfasst einige interessante Figuren; insbesondere die alleinerziehende Mona, die mit Ende 40 ihre abhandengekommene Lust wiederentdeckt, sowie der dauergestresste Life, der die Erziehung seiner kleinen Tochter und seinen Job als Clown unter einen Hut zu bringen versucht und darüber hinaus ebenfalls am Dating-Leben teilhaben möchte, sind Charaktere, deren Entwicklung man gern verfolgt. Auch die junge Influencerin Lara, deren Online-Präsenz wenig mit ihrem echten Dasein zu tun hat, ist eine Figur mit Potential, welches allerdings nicht gänzlich ausgeschöpft wird. Andere Rollen sind wiederum deutlich zu klischeehaft - und obendrein ziemlich unsympathisch - gezeichnet, etwa der Video-Blogger Arif, der fragwürdige Verführungstipps gibt und bei seinen Verabredungen mit zahlreichen Tricks arbeitet, oder das Ehepaar Harry und Aurelie, das in der Routine die Leidenschaft füreinander verloren hat.

Während manche Szenen schöne Situationskomik bieten – zum Beispiel die von Mona als Immobilienmaklerin geleitete Wohnungsbesichtigung oder das unbeholfene Volvo-Date von Mona und Life –, wirken andere recht abgedroschen, etwa wenn der jungfräuliche David "für einen Kumpel" in der Apotheke nach aktverlängernden Kondomen fragt oder wenn Arif unbekleidet aus der Wohnung von Fanny flüchtet, nachdem diese behauptet hat, sie wolle ein Kind von ihm und sei nach dem gemeinsamen Sex womöglich bereits schwanger.

Die Cast-Liste von "Safari" ist eindrücklich. Hier nutzen Juliane Köhler ("Nirgendwo in Afrika", "Zwei Leben") als Mona und Sebastian Bezzel ("Dampfnudelblues") als Life die Möglichkeiten, die ihre Parts hergeben; auch Elisa Schlott ("Das Verschwinden") liefert eine solide Leistung, während das Drehbuch bekannten Gesichtern wie Justus von Dohnányi ("Männerherzen"), Sunnyi Melles ("Die Erfindung der Liebe") oder Max Mauff ("Victoria") kaum Gelegenheiten schenkt, ihr Talent zu demonstrieren.

Fazit: Eine moderne (Anti-)Beziehungskomödie mit guter Besetzung und einigen amüsanten Szenen, jedoch auch vielen Klischees und schwachen Gags.




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