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Kritik: Teen Titans Go! (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Teen Titans Go!" basiert auf der gleichnamigen TV-Serie, die seit 2013 produziert wird. Diese Serie wiederum ist ein Spin-Off der Zeichentrickserie "Teen Titans", die von 2003 bis 2006 entstand und in Deutschland auf RTL II ausgestrahlt wurde. Die Teen Titans stammen aus dem DC-Universum und erlebten ihren ersten Auftritt 1964 in einem Comic. Die Produktion von "Teen Titans Go!" kostete rund zehn Millionen US-Dollar, Regie führte Aaron Horvath. Der US-amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Produzent inszenierte 2010 den Animationsfilm "The Drawn Together Movie".

Eigentlich ist "Teen Titans Go!" für eine jüngere Zielgruppe konzipiert, jedoch wird bei diesem quirlig animierten Meta-Spaß vor allem derjenige seine Freude haben, der die ganzen Verweise und ironischen Anspielungen versteht. Man sollte daher durchaus über einiges an Comic- und Filmerfahrung verfügen, sonst wird man ein Großteil der scherzhaften, selbstreferentiellen Seitenhiebe auf die Eigenarten von Superhelden und die (weniger geglückten) Comicverfilmungen der letzten Jahre nicht verstehen.

Ob "Green Lantern" oder der bei Superman- und Batman-Fans gleichermaßen unpopuläre "Dawn of Justice"-Film: So einige zwiespältige filmische Angelegenheiten bekommen in "Teen Titans go" ihr Fett, ebenso der Hang der produzierenden Studios, Unsummen an Produktionskosten in die ausufernden CGI-Schlachten ihrer Superheldenfilme zu investieren. Und: Die Tatsache, dass mehr und mehr Geld in die Entwicklung und Verbreitung von Streaming-Diensten gesteckt wird. Die Sprüche sind bissig und der Wortwitz ist deftig, allerdings verkommt er nie zum Selbstzweck sondern zeichnet sich durch eben jene gelungene Selbstironie aus. Auch die Idee der Haupthandlung um die Entstehung des Films im Film ist frisch und gekonnt umgesetzt.

An dieser Stelle unterscheidet sich "Teen Titans Go!" wohltuend von den meisten anderen Animationsfilmen dieser Gattung. Gut ist zudem, dass die Macher bei all der Scharfzüngigkeit und dem Zynismus nicht vergessen haben, dass es sich um einen Superheldenfilm handelt. Heißt: Es gibt einen gemeinen Bösewicht, ein paar (enorm kurzweilige) Actionszenen und den Versuch, die Welt vor dem Untergang zu bewahren.

Fazit: Launiger, vor Zitaten und Reminiszenzen übersprudelnder und selbstreferentieller Animationsfilm, der den Superhelden- und Comicverfilmungs-Boom genüsslich aufs Korn nimmt.




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