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Free Lunch Society: Komm Komm Grundeinkommen
Free Lunch Society: Komm Komm Grundeinkommen
© OVALmedia

Kritik: Free Lunch Society: Komm Komm Grundeinkommen (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Globalisierung und ihre Folgen, sowie das gestiegene Umweltbewusstsein sind Gründe, warum sich viele Menschen eine Zukunft wünschen, in der soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielen. Dokumentarfilme wie "Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen" machen Mut, indem sie aufzeigen, was bürgerliche und kommunale Initiativen schon alles erreicht haben. Indem sie Beispiele aus aller Welt zusammentragen, versorgen Filme dieser Art Menschen, die sich engagieren wollen oder auf der Suche nach neuen Denkmodellen sind, mit Anregungen und Argumenten. Der österreichische Dokumentarfilmer Christian Tod hatte bereits seine Diplomarbeit in Volkswirtschaft über das Bedingungslose Grundeinkommen geschrieben. Das Thema fasziniert ihn, seit er als Jugendlicher in einer "Star Trek"-Folge im Fernsehen ein 24. Jahrhundert vorgestellt bekam, in dem es weder materielle Not, noch Geld gab.

Der Film beginnt konsequenterweise mit einem Ausschnitt aus "Star Trek – The Next Generation". Außerdem richtet sich eine weibliche Erzählstimme während des ganzen Films aus einer imaginären Zukunft, in der es das Bedingungslose Grundeinkommen schon überall gibt, an das Publikum. Was inhaltlich aber folgt, ist ein sehr spannender Rückblick auf die Ideengeschichte dieses Konzepts. So wird mit dem Irrglauben aufgeräumt, dass es eine Erfindung idealistischer Zeitgenossen ist. Es kommen Wissenschaftler und Unternehmer zu Wort, die betonen, dass das Modell finanzierbar wäre. Zu seinen Fürsprechern zählen unter anderen Götz Werner, der Gründer der Drogeriemarktkette DM, sowie der Risikokapitalgeber Albert Wenger. Die bereits in Experimenten gesammelten Erfahrungen widersprechen der Annahme, dass der Bezug eines Grundeinkommens die Menschen untätig werden ließe. Aber sie bekämen auf jeden Fall neue Handlungsspielräume.

Der Filmtitel bezieht sich auf ein Zitat Ronald Reagans, der behauptete, freie Mahlzeiten seien auf der Welt nicht vorgesehen. Sehr schlüssig arbeitet Christian Tod heraus, dass die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens keine Utopie sein muss, aber bei vielen an moralische Barrieren stößt. Sie widerspricht dem Credo des gesellschaftlichen Aufstiegs durch Leistung und schafft eine soziale Gleichheit, die manchen suspekt ist. Die Fülle der gesammelten Argumente und die abwechslungsreiche Gestaltung, die auch oft auf interessantes Archivmaterial zurückgreift, machen den Film empfehlenswert.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Christian Tod erzählt die Ideengeschichte des Bedingungslosen Grundeinkommens, die in den 1960er Jahren begann. Er lässt Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort kommen, die das Konzept befürworten und stellt soziale Experimente vor, in denen es bereits erprobt wurde. Die abwechslungsreiche und unterhaltsame Präsentation und die Fülle der gesammelten Argumente ergeben einen spannenden Film, der sich gut als Diskussionsgrundlage eignet.





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