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Kritik: Ghost Stories (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Ghost Stories" hat das Regie- und Drehbuch-Duo Jeremy Dyson und Andy Nyman das eigene, gleichnamige Bühnenstück adaptiert, welches Anfang 2010 seine Premiere in Liverpool feierte. Der klassische Grusel mit bösem Twist ist an filmische Horror-Anthologien aus Großbritannien – etwa "Die Todeskarten des Dr. Schreck" (1965) mit Peter Cushing und Christopher Lee – angelehnt und zeichnet sich durch eine gelungene Mischung aus fiesem Humor und unheimlicher Atmosphäre aus.

Dyson und Nyman arbeiten mit jump scares – setzen diese aber deutlich lustvoller ein, als man es aus anderen Genrefilmen kennt. Das Timing stimmt und die große Freude am Erschrecken ist jederzeit spürbar. Hier geht es nicht um billige Effekte, sondern um die Feier einer kinematografischen Tradition. Die Kameraführung von Ole Bratt Birkeland sowie der Score von Haim Frank Ilfman erzeugen in Kombination mit den schaurigen Situationen, die das Skript für die Figuren bereithält, sowie der gekonnten Inszenierungsweise eine durchgängige Spannung, die von den zahlreichen witzigen Momenten keineswegs unterbrochen wird – vielmehr gehen Spannung und (Wahn-)Witz eine geradezu zwingende Symbiose ein. Die furios präsentierten Wendungen im letzten Drittel sollen an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden – doch dass sich alle drei Episoden, die dem Protagonisten Philip Goodman geschildert werden, mit dem Thema Schuld sowie mit einem schlechten Gewissen befassen, ist kein Zufall, sondern Teil eines Konzepts, das sich nach und nach entbirgt.

Nyman hat neben seiner Funktion als (Ko-)Regisseur und (Ko-)Autor auch die Hauptrolle übernommen – und legt den skeptischen Professor ganz bewusst nicht als Sympathieträger an. Aus dem übrigen Ensemble ragen zwei Darsteller hervor: Zum einen Alex Lawther ("The End of the F***ing World"), der den streng religiös erzogenen Teenager mit gravierenden psychischen Problemen herrlich exaltiert verkörpert – und zum anderen Martin Freeman ("Der Hobbit", "Sherlock"), der als kühler Businessman zu glänzen vermag.

Fazit: Ein äußerst unterhaltsamer Mix aus Grusel und schwarzem Humor, der mit einigen Twists aufwartet und dabei stets eine atmosphärische Dichte besitzt.




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