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Kritik: Big Time (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Für seinen Dokumentarfilm "Big Time" hat der Regisseur Kaspar Astrup Schröder den dänischen Architekten Bjarke Ingels über einen Zeitraum von sieben Jahren, von 2009 bis 2016, begleitet. Mit seinen drei Kameramännern Boris B. Bertram, Henrik Ipsen und Rene Johannesen zeigt er den engagierten Baukünstler bei der Arbeit sowie im Privaten.

Ingels wird mit Team-Mitgliedern seines Unternehmens Bjarke Ingels Group (BIG) in seinen drei Büros (in Kopenhagen, London und New York City) gefilmt sowie auf Baustellen, in Meetings mit Auftraggeber_innen und bei glamourösen Veranstaltungen, auf denen seine Arbeitserfolge gefeiert werden. Das hohe Pensum des Dänen wird dabei ebenso deutlich wie dessen eindrückliche Souveränität. Die stärksten Momente hat "Big Time", wenn Ingels' Begeisterung für seinen Beruf sowie seine kühne Herangehensweise an Projekte eingefangen werden. Mit einem Filzstift veranschaulicht der international gefragte Architekt auf Papierbögen seine ambitionierten Ideen – und lässt uns dabei an seiner Freude und am kreativen Prozess teilhaben. Zu seinen eigenwilligsten Plänen zählt etwa das Konzept einer Skipiste, einer Kletteranlage sowie einer Picknickmöglichkeit auf einem Kraftwerk (!) in Kopenhagen. Seine Ideen werden auch in Zusammenhang mit seiner eigenen Kindheit gebracht, wodurch ein schlüssiges Bild entsteht.

Auch den Kompromissen, die im Laufe eines Projekts nötig sind, sowie den Stresssituationen, Schwierigkeiten und Niederlagen, mit denen sich Ingels immer wieder konfrontiert sieht, widmet sich Kaspar Astrup Schröder in seinem Dokumentarfilm – sowie, nicht zuletzt, der privaten Seite seines Protagonisten: Wir lernen Ingels' Eltern kennen (und erfahren von diesen sehr schöne Anekdoten über ihren einst weitaus weniger ehrgeizigen Sohn), wir erleben mit, wie der unter Kopfschmerzen leidende Ingels befürchtet, schwer krank zu sein, und sind zugegen, wenn der noch unverheiratete und kinderlose Mann über eine Verlobung mit seiner Freundin nachdenkt.

Fazit: Eine dokumentarische Betrachtung, in der die schöpferische Leidenschaft des Star-Architekten Bjarke Ingels nachvollziehbar vermittelt wird.





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