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Kritik: Game Night (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Krimi-Spaß "Game Night" stammt von dem Regie-Duo John Francis Daley und Jonathan Goldstein, das gemeinsam auch schon die Familienkomödie "Vacation – Wir sind die Griswolds" drehte. Während den beiden in ihrem Regie-Langfilmdebüt bei Weitem nicht jeder Gag gelang, liegt die Trefferquote hier ziemlich hoch. Das Drehbuch von Mark Perez erzählt eine (sub-)urbane Abenteuergeschichte, die in ihrer Komik an moderne Genre-Klassiker wie "Nie wieder New York" (1970) von Arthur Hiller oder "Die Zeit nach Mitternacht" (1985) von Martin Scorsese denken lässt: Durchschnittliche Leute werden in außergewöhnliche Situationen gebracht und entdecken dabei die (Film-)Held_innen in sich.

Seinen besonderen Witz schlägt "Game Night" zunächst aus der Prämisse, dass das zentrale Paar Max und Annie sowie dessen Clique glauben, sich in einem inszenierten Spiel zu befinden. Da sie die Geschehnisse – den häuslichen Angriff, die Prügelei und schließlich die Entführung von Max' Bruder Brooks – als pure, von einer Erlebnisagentur organisierte Unterhaltung begreifen, reagieren sie entsprechend unbefangen. Wenn Max und Annie eine schäbige Bar betreten und Annie mit einer vermeintlich unechten Waffe hantiert, ergeben sich daraus überaus lustige Momente. Doch auch später, wenn allen der Ernst der Lage bewusst ist, sorgen Regie und Skript immer wieder für großes Vergnügen: Das Entwenden eines Fabergé-Eis aus dem Luxus-Heim eines Kriminellen wird virtuos umgesetzt; überdies gibt es etliche Wendungen des Plots, die keine Langeweile aufkommen lassen.

Jason Bateman ("Arrested Development", "Kill the Boss") und Rachel McAdams ("Wie ein einziger Tag", "Spotlight") sind als ehrgeiziges Paar, dessen Kennen- und Liebenlernen bis zur Hochzeit zu Beginn des Films in einer hübschen Montagesequenz eingefangen wird, durchweg überzeugend; ebenso erweist sich Kyle Chandler ("Manchester by the Sea") als protziger Bruder von Max als Idealbesetzung. Zum Szenendieb wird hingegen Jesse Plemons ("Black Mass"), der als verschrobener Nachbar und Polizist zur komödiantischen Höchstform aufläuft.

Fazit: Ein tempo- und wendungsreicher Film-Spaß mit vielen Ideen und einem spielfreudigen Ensemble, aus dem insbesondere Nebendarsteller Jesse Plemons hervorsticht.




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