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Destination Hochzeit
Destination Hochzeit
© Ascot Elite Filmverleih GmbH

Kritik: Destination Hochzeit (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Schon häufiger standen die Hollywoodstars Keanu Reeves und Winona Ryder gemeinsam vor der Kamera. Erstmals kreuzten sich ihre Wege zu Beginn der 90-Jahre bei den Dreharbeiten zum Gothic-Horrorfilm "Bram Stoker’s Dracula". 2006 spielten sie dann gemeinsam in dem Sci-Fi-Film "A Scanner Darkly". Keanu Reeves ist unter anderem dank seiner erfolgreichen Action-Reihe "John Wick" seit einigen Jahren wieder dick im Geschäft, Winona Ryder hingegen war seit vier Jahren nicht mehr in einer Kino-Produktion zu sehen. Stattdessen feierte sie mit einigen Serien-Formaten Erfolge, darunter "Show Me a Hero" und die Netflix-Eigenproduktion "Stranger Things".

Trotz des erwartbaren Handlungsverlaufs und der alles andere als frischen oder originellen Prämisse, dass sich zwei zunächst einander unsympathische Menschen ineinander verlieben, funktioniert "Destination Wedding" als bissig-ironische, dialogreiche Liebes-Komödie erstaunlich gut. Und das liegt unter anderem an eben jenen gepfefferten, spritzigen Wortgefechten, die sich die beiden glänzend aufgelegten Hauptdarsteller liefern. Die gereizte, negativ aufgeladene Stimmung und Atmosphäre zwischen den Eigenbrötlern speist sich dabei hauptsächlich aus deren Unterschiedlichkeit.

Frank ist ein übel gelaunter, zynischer Misanthrop, der sich – laut eigener Aussage – noch nie im Leben verliebt hat. Lindsay hingegen hängt immer noch an ihrem Ex, den sie mit traurigem Blick anschmachtet und dabei an gemeinsam erlebte, glückliche Zeiten zurückdenkt. In einem Punkt immerhin sind sie einander ähnlich und geeint: sie sind zwei einsame Herzen, zwei gefrustete und verbitterte Singles, man so will. Genau diese Verbindung ist es, die Frank und Lindsay einander dann schließlich doch noch näher bringt.

Im Rahmen dieses näheren Kennenlernens geizt Regisseur Victor Levin nicht mit skurrilen Elementen und abgedrehten Einfällen. Etwa wenn Frank und Lindsay in der kalifornischen Wildnis plötzlich von einem Puma bedroht werden oder eine Sex-Szene zwischen den Beiden von Levin bewusst überzogen dargestellt und absichtlich in Lächerliche gezogen wird. Geschmackssache ist, dass sich "Destination Wedding" fast ausschließlich aus Dialogen zwischen den Hauptfiguren zusammensetzt. Von den anderen Gästen etwa sieht und hört man quasi nichts, denn alles was um Frank und Lindsay herum passiert, spielt im Film keine Rolle. Dieser reduzierte Ansatz in seiner bewussten und ausschließlichen Konzentration auf die Kommunikation zwischen den Protagonisten, ist interessant und unkonventionell. Er sorgt aber auch dafür, dass der Film spätestens ab der Hälfte dramaturgisch ein wenig verflacht und ins Leere läuft.

Fazit: Der unkonventionelle Ansatz, die zwei gut harmonierenden Hauptdarsteller und die scharfzüngigen, sarkastischen Dialoge machen den Film trotz seiner Vorhersehbarkeit sehenswert.




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