Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Kabhi Khushi Kabhie Gham
Kabhi Khushi Kabhie Gham
© Rapid Eye Movies

Kritik: In guten wie in schweren Tagen (2001)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Während amerikanische Schmonzetten in großer Regelmäßigkeit in der hiesigen Kinolandschaft starten, haben indische bis heute einen schweren Stand. Dabei stehen Filme wie "Kabhi Khushi Kabhie Gham", der hierzulande unter dem Titel "In guten wie in schweren Tagen" beziehungsweise "Sometimes Happy, Sometimes Sad" zu sehen war, ihren Pendants aus Hollywood in nichts nach. Anlässlich seines 15-jährigen deutschen Kinojubiläums kommt das Bollywoodepos nun noch einmal auf die große Leinwand.

Karan Johars zweite Regiearbeit vereint alles, was Fans der Masala Movies lieben: den Mix unterschiedlicher Genres, die epische Länge einer verschachtelt erzählten Geschichte, prächtige Farben in glanzvoll choreografierten, häufig der Spielhandlung entrückten Gesangs- und Tanzeinlagen sowie einen gewissen Trashappeal, etwa wenn die Haare der Protagonisten in dramatischen Situationen auch in geschlossenen Räumen stets im Wind wehen.

Als zusätzliches Pfund kann der 1972 geborene Filmemacher mit drei Generationen erstklassiger Darsteller wuchern, an deren Spitze der auch international bekannte Sha Rukh Khan steht. Aufgrund der Erzählstruktur, die mit einer langen Rückblende beginnt, steigt der weitaus interessantere Hrithik Roshan leider erst nach eineinhalb Stunden so richtig ins Geschehen ein.

Technisch mag das alles perfekt sein – Kiran Deohans Kamera wirbelt, Sanjay Sanklas Schnitte sind präzise getimt –, von einem künstlerischen Triumph ist das wie die Entsprechungen aus Hollywood ein gutes Stück entfernt. Dazu bleibt die Geschichte um die verkrusteten Strukturen von Familienehre und Patriarchat letztlich zu oberflächlich, das Schauspiel zu aufgesetzt und der Film stets näher an einer Seifenoper denn an einem ernst zu nehmenden Melodram.

Fazit: "Khabi Khushi Khabie Gham" ist ein Bollywood-Epos, das Fan-Herzen höher schlagen lässt. Der dreieinhalbstündige Genre-Mix punktet mit großen Namen, tollen Choreografien und jeder Menge Herzschmerz. Wer weder mit indischen Filmen noch mit Seifenopern etwas anfangen kann, dürfte der recht dünnen Geschichte allerdings wenig abgewinnen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.