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Speak Up
Speak Up
© eksystent distribution filmverleih

Kritik: Speak Up (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Speak up" nimmt kein Blatt vor den Mund: Über eine Laufzeit von zwei Stunden werden hier zahlreiche Themen angesprochen, von politischem Aktivismus über Sexualität und Religion bis hin zu Depressionen. Amandine Gays Dokumentarfilm dürfte damit so manchen Zuschauer ein wenig überfordern. Gerade wer sich bislang kaum mit schwarzem Aktivismus und schwarzer Geschichte auseinandergesetzt hat, dürfte den Erzählungen der zahlreichen Protagonistinnen mitunter nur schwer folgen können.

Die bis zum Abspann namenlos bleibenden Frauen teilen in Einzelinterviews ihre Erfahrungen, Gedanken und Inspirationen mit dem Publikum und bilden so einen stetigen Erzählfluss. Das ist mitreißend und animiert dazu, sich weiter mit den angesprochenen Themen zu beschäftigen.

"Speak up" muss also gar nicht alles erklären oder ausformulieren. Die Stärke von Gays Film besteht eher darin, dass er sich ganz auf seine Protagonistinnen einlässt und aufmerksam ihren Geschichten folgt. Oft sind nur die Gesichter der Frauen in Nahaufnahme zu sehen, Hintergründe bleiben verschwommen und Aufnahmen, die die Frauen außerhalb des Interviews zeigen, bleiben rar.

So verlässt sich "Speak up" meist ganz auf das gesprochene Wort und führt dabei immer wieder auch eindrücklich vor Augen, wie bedeutend die Sprache für die Identität ist. Dass Gay ihren Film völlig uneitel als Plattform für ihre Interviewpartnerinnen anbietet, zahlt sich aus, ihr ist eine gleichermaßen anregende wie herausfordernde Dokumentation gelungen.

Fazit: Amandine Gays Dokumentarfilm bietet einer Reihe von schwarzen Frauen eine Plattform, um über ihre Erfahrungen, Ideen und Inspirationen zu sprechen. "Speak up" könnte so manchen Zuschauer aufgrund seiner Länge und der Vielzahl an Themen überfordern, erweist sich zugleich aber als kostbarer Schatz aus Eindrücken und Perspektiven.




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