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Tage am Meer
Tage am Meer
© eksystent distribution filmverleih

Kritik: Tage am Meer (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der deutsche Verleih hat Nadia Benedictos im Original "Interludio" betiteltes Drama kurzerhand "Tage am Meer" benannt und spielt damit sicherlich auf Anne Fontaines bildgewaltiges Melodram "Tage am Strand" (2013) an. Doch auch wenn beide Filme an der Küste spielen und Frauenfiguren in den Mittelpunkt stellen, so orientiert sich Benedicto ganz offensichtlich am argentinischen Independentkino der letzten Dekade und nicht an Fontaines überbordendem Gefühlskino.

Die Inszenierung der zwischen Enge und Weite wechselnden Räume mag zwar noch ans Melodram erinnern, ansonsten erweist sich "Tage am Meer" allerdings als recht nüchterne Angelegenheit. Dramatische Momente, große Gefühlsausbrüche und zugespitzte Pointen sucht man hier vergeblich, stattdessen inszeniert Benedicto mit betonter Beiläufigkeit den Alltag einer Familie nach dem Kollaps. Zahlreiche mit Musik unterlegte und beinahe traumhaft inszenierte Szenen brechen diese Monotonie auf, der Film kehrt aber stets zum Gewöhnlichen zurück.

Wirklich überzeugen kann "Tage am Meer" trotz guter Darstellerinnen und einiger fein in Szene gesetzter Momente dabei nicht. Vieles in diesem Drama wirkt altbekannt und zudem finden die Geschichten der einzelnen Figuren nicht zueinander. So schwankt der Film zwischen Ehedrama, lakonischer Coming-of-Age-Geschichte sowie Kinderfilm und findet dabei selten einen passenden Rhythmus.

Fazit: Nadia Benedictos unentschlossenes Drama schafft es nicht, die Geschichten der drei Hauptfiguren auf stimmige Weise zu verbinden. Stattdessen schwankt "Tage am Meer" unbeholfen zwischen Ehedrama, Coming-of-Age-Story und Kinderfilm.




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