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Kritik: Mutafukaz (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Comic von Guillaume Renard, der hier gemeinsam mit Shōjirō Nishimi auch Regie führte. Es handelt sich um eine französisch-japanische Co-Produktion. Der englische Comic erschien vor einigen Jahren im Titan-Verlag in zwei Etappen: Teils eins kam Ende 2015 auf den Markt, Teils zwei folgte ein halbes Jahr später im Sommer 2016. "Mutafukaz" ist eine Zusammenarbeit der beiden Animestudios Ankama und Studio 4°C.

"Mutafukaz" ist ein völlig abgedrehter, bunter und detailverliebter Science-Fiction-Anime, der vollgepackt ist mit (versteckten) Hinweisen auf seine filmischen Vorbilder und Einflüsse aus der Popkultur. Das beginnt bereits bei der Vielzahl an schrägen, verschrobenen Figuren und den extrem stylish auftretenden Gangstern und Bösewichten, die ihn ihren edlen Anzügen Erinnerungen an die top-gekleideten Fieslinge in Tarantinos Klassiker "Reservoir Dogs" wecken.

Bei der Ausgestaltung und Ausarbeitung des Handlungsorts – das düstere Dark Meat City, in dem es vor heruntergekommenen Gestalten nur so wimmelt – ließen sich Renard und Nishimi ganz offensichtlich von den fiktiven Schauplätzen zweier Filme inspirieren: Frank Millers sündiger Stadt Basin City (besser bekannt als "Sin City") sowie der unheilvollen Dark City, Haupthandlungsort in Alex Proyas gleichnamigen Spielfilm von 1998. Zudem überzeugt "Mutafukaz" mit seiner stilistischen Vielfalt und dem Ideenreichtum in Sachen visueller sowie technischer Umsetzung: Der Film bietet unter anderem edle Schwarzweiß-Bilder, fein ausgearbeitete Zeitlupenszenen (etwa wenn Angelino erstmals die ebenso geheimnisvolle wie schöne Luna erblickt), schwelgerische Traumsequenzen und Split-Screens.

Für ganz junge Zuschauer ist der Film allerdings nicht geeignet. Dafür ist der Gewaltanteil zu hoch: Hier und da spritzt als Folge der rasant in Szene gesetzten Schusswechsel auch schon mal ordentlich Blut und Passanten werden von durch die Luft fliegenden Autos zermalmt. Die älteren Zuschauer werden sich bei all der Action und den halsbrecherischen Verfolgungsjagden aber ordentlich unterhalten fühlen.

Fazit: Deftig, abgefahren, bizarr und höllisch unterhaltsam: "Mutafukaz" ist ein Anime etwas anderen Art, der vor allem mit seinen detailverliebten Welten, den klugen Reminiszenzen und der kreativen Umsetzung überzeugt.




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