oder

Kritik: Wonders of the Sea (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Filme, für deren Betrachtung sich das Publikum 3D-Brillen aufsetzen muss, sind im Kino selten geworden. Doch die Technik, welche den visuellen Raum in die Tiefe öffnet und die Zuschauer*innen ein Stück weit in ihn hineinnimmt, kann außergewöhnlichen Filmgenuss bieten. Dieser Dokumentarfilm von Jean-Michel Cousteau und Jean-Jacques Mantello ermöglicht mit ausgefeilter Aufnahmetechnik Entdeckungen in der Unterwasserwelt, die sich niemand entgehen lassen sollte! Der erfahrene Meeres-Dokumentarfilmer Cousteau, der die Umweltorganisation "Ocean Futures Society" gegründet hat, will mit diesen Bildern nicht nur Faszination auslösen, sondern zugleich auch aufzeigen, wie schutzbedürftig die Pflanzen- und Tierwelt der Ozeane geworden ist. Der Schauspieler Arnold Schwarzenegger, der sich ebenfalls ökologisch engagiert, tritt in diesem Film mit einem Vorwort auf und steuert danach einen erzählerischen Kommentar – als eine Stimme unter mehreren - aus dem Off bei.

Im Korallenriff und an den anderen Schauplätzen kommen auch viele Tiere vor die Kamera, die ein großer Teil des Publikums wohl noch nie gesehen hat. Manche Wesen wie den Plattwurm oder das Gorgonenhaupt würde man gar nicht so leicht als Tiere wahrnehmen. Aufregend wird es, wenn sich eine Meeresschnecke gegen den Angriff eines Einsiedlerkrebses wappnen muss. Wie störbar das biologische Gleichgewicht unter Wasser sein kann, erläutern Cousteau und seine Gruppe an punktuellen Beispielen. Im Korallenriff hat sich der Dornenkronenseestern vermehrt, der Korallen aussaugt. Denn seine Fressfeinde, die Fische, werden rar. Spannend ist auch zu erfahren, wie wichtig das aus winzigen Lebewesen bestehende Plankton für die Nahrungskette im Meer und die Sauerstoffproduktion ist.

Die Tauchgänge in 3D bieten bezaubernde Momente. Das gilt sowohl für Fabien Cousteaus Begegnungen mit Haien, als auch für Streifzüge auf dem Meeresgrund oder im Riff, zu den Muscheln, Krebsen, kleinen Garnelen. Man fühlt sich von Fischchen umschwärmt oder fast an der Nase berüht und staunt über die klare Tiefenschärfe. Die Kommentare, die eine Art Dialog der beteiligten Personen ergeben, können zuweilen auch scherzhaft sein. Aber das stört den Gesamteindruck ebenso wenig wie die durchgehende musikalische Begleitung, welche nie aufdringlich wirkt.

Fazit: Der faszinierende Dokumentarfilm von Jean-Michel Cousteau und Jean-Jacques Mantello bietet dem Publikum bezaubernde Einblicke in die Unterwasserwelt der Ozeane in einzigartiger 3D-Qualität. An ausgewählten Stationen wie einem Korallenriff oder einem Seetangwald demonstriert das Filmteam, flankiert vom Kommentar Arnold Schwarzeneggers, wie das Zusammenleben der Tiere in gewachsenen Biotopen funktioniert. Neben Haien und anderen Fischen lassen sich hier auch eine Vielzahl kleinerer, selten gefilmter Meeresbewohner entdecken, deren Formen und Fähigkeiten in Erstaunen versetzen. Dazu wird die Dringlichkeit des Umweltschutzes im gefährdeten Reich der Ozeane an einleuchtenden Beispielen demonstriert.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.