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Servamp: Alice in the Garden
Servamp: Alice in the Garden
© 2018 TANAKA STRIKE KADOKAWA/SERVAMP MOVIE PROJECT

Kritik: Servamp: Alice in the Garden (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Strike Tanakas "Servamp", eine Wortschöpfung aus "servant" (Diener) und "vamp" (Vampir), erblickte 2011 das Licht der der Manga-Welt. Fünf Jahre später folgte eine animierte Serie, 2018 nun die erste Kinoauswertung. Weil das Universum des japanischen Comickünstlers so anspielungsreich, abgedreht und komplex ist, holt die Filmversion erst einmal gewaltig aus. Geschlagene 25 Minuten der ohnehin recht kurzen Laufzeit gehen für die Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse drauf, die Hauptcharakter Mahiru Shirota als Erzähler aus dem Off begleitet. Bei einer actiongeladenen Handlung, in der ein Schlagabtausch den nächsten jagt, kann man schnell den Überblick verlieren.

Nach dem konfusen Start findet Regisseur Hideaki Nakano zu einem ruhigeren Rhythmus. Die Farben werden wärmer, die Schnitte langsamer, die Erzählung wird getragener. Nun bekommt das Publikum erstmals Gelegenheit, sich mit den Figuren zu identifizieren. Vor allem in den Beziehungen zwischen Mahiru und Misono, den Beziehungen der beiden zu ihren Servamps und in Misonos Suche nach seiner eigenen Vergangenheit gelingen dem animierten Fantasy-Drama intime Momente.

Stilistisch unterscheidet sich der Großteil des Films nicht von anderen Animes. Vor allem die ersten zwei Drittel heben sich visuell kaum von Fernsehproduktionen ab und wären auf einem kleinen Schirm deutlich besser aufgehoben gewesen als auf der großen Leinwand. Wenn Mahiru & Co. schließlich in den Servamp der Wollust eindringen, nehmen auch die Animationen ein völlig neues Niveau an. Dann dominieren schrille Farben und Abstraktionen. Die Reise ins Innere einer fremden Seele, die letztlich auch eine zur eigenen Seele ist, wird zum kunterbunten Trip, zur rauschhaften Erfahrung.

Fazit: Hideaki Nakanos Manga-Verfilmung gewinnt gegen Ende unerwartete Qualitäten. Dann entwickelt sich der bis dahin mittelmäßige Anime zu einem echten Farb- und Bilderrausch. Über die konfusen, schlecht erzählten ersten 25 Minuten und eine mangelnde Figurentiefe kann der gelungene Schluss aber nicht hinwegtäuschen.




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