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Der Klang der Stimme
Der Klang der Stimme
© mindjazz pictures

Kritik: Der Klang der Stimme (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In seinem neuen Dokumentarfilm "Der Klang der Stimme" begleitet der Schweizer Bernard Weber ("Die Wiesenberger – No Business like Show Business") vier Personen, die sich beruflich, aber auch mit großer persönlicher Faszination der menschlichen Stimme widmen. Ohne erklärenden Kommentar zeigen Weber und sein (Co-)Kameramann Pierre Mennel, wie man sich in unterschiedlichen Gebieten mit der Stimme – mit ihren Möglichkeiten und ihren Geheimnissen – auseinandersetzen kann.

Zu dem zentralen Quartett zählt der Phoniatrie- und Pädaudiologie-Facharzt Matthias Echternach. Es gelingt dem Film, Echternachs Begeisterung für das Phänomen der menschlichen Stimme zu vermitteln, indem der Mediziner und Professor bei Lehrveranstaltungen im Hörsaal sowie bei seiner wissenschaftlichen Arbeit gezeigt wird. Interessant ist dabei vor allem der Einsatz von dynamischen Echtzeit-MRTs für die Erforschung von Stimmregistern, da dies zu äußerst ungewöhnlichen Aufnahmen führt. Ebenso sind die stimmlichen Untersuchungen reizvoll, die Echternach mit der italienisch-brasilianischen Künstlerin Georgia Brown macht. Die 1980 geborene Sängerin schaffte es 2005 mit ihrem Stimmbereich ins Guinness-World-Records-Buch – und stellt den leidenschaftlichen Forscher vor ein Rätsel, weil die Messgeräte Browns hohe Töne nicht mehr erfassen können.

Doch auch die anderen von Weber gefilmten Personen liefern sehenswerte Momente. Die Sopranistin Regula Mühlemann (Jahrgang 1986) sucht etwa nach "diesem 360-Grad-Klang, der frei im Raum schwebt und von allen Seiten kommt." Wenn der Film sie bei den Aufnahmen zu einer CD begleitet, werden auch die Belastungen deutlich, die die Arbeit mit der Stimme mit sich bringen. Der 1976 geborene Jazzmusiker Andreas Schaerer ist wiederum ein Meister der Stimmakrobatik und kann Alltagsgeräusche wie den Lärm eines Laubbläsers perfekt imitieren. Die Passagen mit seinen Einlagen sorgen für gute Unterhaltung. Beachtlich sind zudem die Einblicke in die Kurse der Stimmtherapeutin Miriam Helle, in denen das kathartische Potenzial einer Auseinandersetzung mit der Stimme erkennbar wird.

Fazit: Eine vielseitige dokumentarische Betrachtung der Beschäftigung mit der menschlichen Stimme – mit vier Personen im Mittelpunkt, die voller Leidenschaft für das Sujet sind.




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