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Kritik: Miss Bala (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Filmografie der 1955 geborenen US-Regisseurin Catherine Hardwicke ist erstaunlich abwechslungsreich: Auf die kantigen Coming-of-Age-Werke "Dreizehn" (2003) und "Dogtown Boys" (2005) folgte später Hochglanz-Kitsch wie "Twilight" (2008) und "Red Riding Hood" (2011). Mit "Miss Bala" liefert sie auf Basis eines Drehbuchs von Gareth Dunnet-Alcocer ein Remake des gleichnamigen mexikanischen Films von Gerardo Naranjo aus dem Jahre 2011. Erzählt wird – inspiriert von realen Ereignissen – von einer unbescholtenen jungen Frau, die nach einer Entführung sowohl mit Gangstern als auch mit der US-Drogenvollzugsbehörde zusammenarbeiten und hierfür bei einem Schönheitswettbewerb als Kandidatin auftreten muss.

Dem schieren Aberwitz der Geschichte begegnete Naranjos Version mit Härte und Realismus; Hardwickes Herangehensweise wirkt mainstreamiger und dadurch leider weniger intensiv. Der Film feiert den Exzess, statt sich den Abgründen zu widmen. Von der beinahe dokumentarischen Anmutung des Originals ist nichts geblieben; im Zentrum stehen spektakuläre Bilder und Action-Sequenzen, die eine feministische, selbstermächtigende Botschaft vermitteln wollen, in ihrer Stilisierung aber kaum zu überzeugen vermögen. Die Kameraführung von Patrick Murguia ist solide; dennoch bleiben die Aufnahmen nicht lange in Erinnerung. Die Musik ist allzu aufdringlich.

Hauptdarstellerin Gina Rodriguez ("Jane the Virgin", "Deepwater Horizon") zeigt als Protagonistin, die mehr und mehr über sich selbst hinauswächst, zweifelsohne Einsatz, kann gegen die unglaubwürdig geschriebene Rolle indes nicht ankommen. Und auch ihre Co-Stars – darunter Ismael Cruz Córdova ("The Undoing") und Anthony Mackie ("The Return of the First Avenger") – sind dem schwachen Skript und der seelenlosen Optik unterworfen.

Fazit: Eine weitgehend oberflächlich in Szene gesetzte Neufassung einer spannungsreichen Geschichte, die sich zu sehr auf Schauwerte verlässt und von seinem engagierten Ensemble nicht gerettet werden kann.




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