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Kritik: Jonathan (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Jonathan" ist das Langfilmdebüt von Bill Oliver; gemeinsam mit Gregory Davis und Peter Nickowitz hat er das Skript geschrieben – und liefert ein Drama mit reizvoller Science-Fiction-Prämisse. Die Geschichte um ein Brüderpaar, das denselben Körper bewohnt und in unterschiedlichen Schichten bei Bewusstsein ist, wird von Oliver angenehm unaufgeregt und konzentriert in Szene gesetzt. Das Werk lässt sich Zeit, um den Alltag der Titelfigur nachvollziehbar zu schildern; wir erleben (fast) alles aus der Perspektive des Bruders, der tagsüber aktiv ist, während wir den anderen, nachtaktiven Bruder hauptsächlich in den Videonachrichten sehen, über die das Duo miteinander kommuniziert.

Als eine Frau ins Spiel kommt, entsteht ein äußerst ungewöhnlicher Dreieckskonflikt; überdies müssen beide Brüder mit den Einschränkungen kämpfen, die ihre Lage mit sich bringt. Durch die überwiegend ruhige Erzählweise wird eine latente Spannung aufrechterhalten; stets befürchtet man, dass plötzlich etwas Katastrophales geschehen könnte. Sowohl die Bilder von Kameramann Zach Kuperstein als auch die Montage und die Musikuntermalung muten überaus stilsicher an.

Die Nebenrollen sind in "Jonathan" etwa mit Patricia Clarkson ("The Party"), Suki Waterhouse ("The Bad Batch") und Matt Bomer ("Magic Mike") gut besetzt – dennoch lebt der Film ganz von seinem Hauptdarsteller Ansel Elgort ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter", "Baby Driver"). Dieser spielt den zurückhaltenden, bedacht handelnden Jonathan mit dem nötigen Feingefühl – und demonstriert seine darstellerische Vielseitigkeit, indem er Jonathans Zwillingsbruder John ebenso glaubwürdig als Draufgänger verkörpert.

Fazit: Ein Brüderdrama mit interessanten Science-Fiction-Elementen, das mit einer rundum überzeugenden Doppel-Performance von Ansel Elgort aufwartet.




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