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Kritik: Tolkien (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem er sich in "Tom of Finland" (2017) dem titelgebenden Künstler widmete, befasst sich der Regisseur Dome Karukoski in "Tolkien" mit dem britischen Schriftsteller und Philologen John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973), der insbesondere für seine Fantasy-Werke "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe" berühmt ist. Das Drehbuch von David Gleeson und Stephen Beresford konzentriert sich auf die Schul- und Studienzeit des Autors; die Erfahrungen im Schützengraben und auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges bilden die Rahmenhandlung, um in Rückblenden von Freundschaft, Liebe und der Leidenschaft für Sprache zu erzählen.

Insgesamt mutet der Film in Form und Inhalt etwas zu konventionell an, um das (Innen-)Leben eines Ausnahmetalents einzufangen; zudem sind die visuellen Bezüge zu Tolkiens literarischem Œuvre, wenn etwa an der Front bereits Motive aus Mittelerde auftauchen, um eine Spur zu simpel geraten. Zu seinen Stärken findet "Tolkien" indes zum einen, wenn er die Kameradschaft zwischen dem Protagonisten und seinen ebenfalls musisch begabten Mitschülern Robert, Christopher und Geoffrey in lebhaften Diskussionsszenen zum Ausdruck bringt – denn das vertraute Verhältnis innerhalb der sogenannten Tea Club and Barrovian Society des jungen Quartetts war natürlich ebenso eine entscheidende Inspiration für Tolkiens späteres Schaffen. Zum anderen lässt uns das Werk in schön inszenierten und gut gespielten Dialogpassagen zwischen Tolkien und seiner zukünftigen Ehefrau Edith Bratt sowie zwischen Tolkien und dem exzentrischen Philologieprofessor Wright die Faszination für Worte spüren.

Nicholas Hoult ("A Single Man", "Mad Max: Fury Road") liefert in der Hauptrolle eine solide Leistung, ebenso wie Lily Collins ("Love, Rosie") als Edith und Derek Jacobi ("Gladiator") als Mr. Wright. Karukoski setzt in seiner Schauspielführung eher auf Dezenz, was zahlreiche gelungene kleine Momente hervorbringt.

Fazit: Ein Biopic als Mix aus Kriegs-, Freundschafts- und Liebesdrama, das vor allem in den zwischenmenschlichen Szenen überzeugt und die Passion von J. R. R. Tolkien für Sprache glaubhaft vermittelt.




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