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Kritik: Nightlife (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Nightlife" ist das neue Werk des Regisseurs und Drehbuchautors Simon Verhoeven ("Willkommen bei den Hartmanns"). Vor der Kamera versammelt er mit Elyas M'Barek, Frederick Lau und Palina Rojinski drei populäre Gesichter des jungen deutschen Kinos – und wirft das Trio in einen bewusst überspitzten Plot, den er im Berliner Nachtleben ansiedelt.

Dies könnte im Idealfall zu temporeicher Unterhaltung mit Situationskomik und schrägen Figuren führen, wird hier jedoch zu einem einfallslosen Spiel mit Stereotypen. Statt Witz und Skurrilität bietet "Nightlife" zwei weitgehend reizlos gezeichnete Protagonisten, denen man schon den anfänglichen Wunsch nach einer Veränderung im Leben nicht so recht glauben mag. Während M'Barek gänzlich im Autopilot-Modus unterwegs zu sein scheint und als frisch verliebter Barkeeper keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, blitzen bei Lau immerhin noch Anflüge von dessen Comedy-Talent auf. Die entstehenden Gefühle zwischen dem von M'Barek und Rojinski verkörperten Paar in spe sind bloße Behauptung des Skripts – was nicht nur an Rojinskis hölzerner Darbietung, sondern auch an der seichten Inszenierung der romantischen Passagen liegt.

Während der Musikeinsatz in Teilen gelingt, ist der Film in der Schilderung von Milieus selbst im Rahmen einer anspruchslosen Chaos-Komödie zu keiner Sekunde überzeugend. Weder das Berliner Nachtleben noch die großstädtische Unterwelt oder die beruflichen und privaten Situationen von Thirtysomethings werden einer interessanten Betrachtung unterzogen; alles bleibt oberflächlich und ohne Spannung.

Fazit: Eine durch und durch formelhafte Krimikomödie mit stereotypem Personal, in der einzig Frederick Lau für ein paar lustige Momente sorgt.




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