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Kritik: Schwimmen (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die 1989 geborene Regisseurin und Drehbuchautorin Luzie Loose widmet sich in ihrem Langfilmdebüt "Schwimmen" der besonderen Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter. Die adoleszenten Protagonistinnen Elisa und Anthea geben sich gegenseitig Halt im Kampf gegen ignorante Eltern und mobbende Gleichaltrige – und zugleich werden auch die düsteren Seiten einer derart engen Bindung präzise erfasst.

Mit ihrer Kamerafrau Anne Bolick findet Loose äußerst treffende Bilder, um die emotionale Konfusion ihrer Heldinnen spürbar zu machen. Überdies werden die (Handy-)Videoaufnahmen und die sozialen Medien stimmig in das visuelle Konzept des Films integriert. Mit den hervorragenden Hauptdarstellerinnen Stephanie Amarell ("Der namenlose Tag") und Lisa Vicari ("Luna") wird "Schwimmen" zu einer glaubhaften Coming-of-Age-Erzählung, die sowohl den tiefen Schmerz als auch die Augenblicke des unbeschwerten, gemeinsam erlebten Glücks im Prozess des Erwachsenwerdens nachvollziehbar macht.

In der Gestaltung des Nebenpersonals bleibt der Film indes zu unscharf. Auch dass er etliche Konfliktthemen – etwa Drogensucht oder Bulimie – nur anreißt, statt sich näher mit diesen auseinanderzusetzen, lässt zuweilen einen recht unausgegorenen Eindruck entstehen. Insgesamt überwiegt bei der Sichtung von "Schwimmen" aber das Einnehmende und Faszinierende.

Fazit: Eine einfühlsame Betrachtung jugendlicher Empfindungen mit einem großartigen Schauspielerinnen-Duo im Zentrum.




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