oder
Der wunderbare Mr. Rogers
Der wunderbare Mr. Rogers
© Sony Pictures

Kritik: Der wunderbare Mr. Rogers (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Der wunderbare Mr. Rogers" ist die neueste Regiearbeit von Marielle Heller ("Can You Ever Forgive Me?"). Das Drehbuch, das Micah Fitzerman-Blue und Noah Harpster verfasst haben, wurde inspiriert von einem "Esquire"-Artikel des Journalisten Tom Junod aus dem Jahre 1998 über Fred Rogers, den Schöpfer und Moderator der populären Vorschul-Fernsehserie "Mister Rogers' Neighborhood" (1968-2001). Der entstandene Film ist kein klassisches Biopic über den 2003 verstorbenen US-Entertainer, sondern schildert eine besondere Begegnung zwischen zwei Männern – und überzeugt dabei durch seine Einfühlsamkeit.

Das Werk, das auf dem Toronto International Film Festival 2019 seine Premiere feierte und hierzulande (Corona-bedingt) direkt als DVD und VoD erschienen ist, vermittelt, welchen Einfluss Fred Rogers auf andere Menschen haben konnte. Statt dessen Vita in Bilder zu fassen und beispielsweise von Rogers' schwieriger Kindheit oder vom Aufstieg zur TV-Ikone zu erzählen, lässt uns "Der wunderbare Mr. Rogers" die Freundlichkeit des titelgebenden Fernsehmoderators spüren, indem wir verfolgen, wie der zynische Reporter Lloyd Vogel durch die Taten und Worte von Rogers sein eigenes Leben zu überdenken beginnt. Rogers steht somit gar nicht im Zentrum der Handlung – und doch erfahren wir viel über dessen Wesen. Auch einige originelle Inszenierungsideen, die sich am Stil von Rogers' Kindersendung orientieren, und der weitgehend ruhige Ton fügen sich stimmig in diese Herangehensweise ein.

Der zuverlässige Hollywood-Liebling Tom Hanks ist die perfekte Wahl, um den sympathischen Fred Rogers zu verkörpern. Und mit Matthew Rhys ("The Americans") als Reporter wurde ein ebenbürtiges Gegenüber gefunden. Bis in die Nebenrollen ist "Der wunderbare Mr. Rogers" etwa mit Chris Cooper ("Adaptation"), Susan Kelechi Watson ("This is Us") und Enrico Colantoni ("Veronica Mars") stark besetzt.

Fazit: Ein schön gefilmtes und hingebungsvoll gespieltes Biopic, das gekonnt die Liebenswürdigkeit des Porträtierten veranschaulicht, indem es dessen Wirkung auf andere exemplarisch einfängt.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.