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The Secret - Das Geheimnis
The Secret - Das Geheimnis
© Central Film © Capelight Pictures © Wild Bunch

Kritik: The Secret - Das Geheimnis (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Das romantisch getönte Wohlfühldrama, das der Regisseur Andy Tennant ("Hitch – Der Date Doktor") inszeniert hat, kommt gerade zur rechten Zeit in die deutschen Kinos. Denn es bietet in der anhaltenden Corona-Krise erbauliche Kost und die Gelegenheit, der Realität für eine kleine Weile zu entfliehen. Mit seiner Botschaft, dass positive Gedanken das eigene Leben verändern können, basiert der Film auf dem Ratgeber-Bestseller "The Secret - Das Geheimnis" von Rhonda Byrne. Die Autorin, die hier als Produzentin fungiert, hatte sich bereits 2006 in einem Dokumentarfilm mit demselben Titel der Macht der inneren Einstellung gewidmet.

Im Spielfilm übernimmt der Charakter Bray die Aufgabe, einer gestressten Frau und ihren Kindern die Kraft positiven Denkens vorzuführen. Der Mann schneit in das Leben dieser Familie in Nöten herein und packt gleich mit an. Er richtet das Auto, das Dach, führt aufbauende Gespräche mit den Kindern. Was ihn wirklich hergeführt hat, hält der Film lange geheim. Gemäß seinem Untertitel "Traue dich zu träumen" hebt die Geschichte ein Stück weit ins Naiv-Märchenhafte ab. Ein handwerklich begabter Mann mit guten Manieren, freundlichem Wesen und einer endlosen Hilfsbereitschaft – welche Frau mit oder ohne Haus stellt sich den perfekten Lebenspartner nicht gerne ein wenig so vor?

Bray, von Josh Lucas als Ruhepol und Ausbund guter Laune gespielt, verkörpert also praktisch die geheimen Wünsche Mirandas und ihrer Kinder. Er hebt die Idylle, die in dieser Familie trotz aller Nöte im Kern vorhanden ist, erst so richtig hervor. Miranda, von Katie Holmes als rechtschaffene, aber als Persönlichkeit nicht richtig greifbare Frau gespielt, bekommt vor lauter Alltagshektik kaum Gelegenheit, mit Bray zu flirten. Mit der behaupteten Romantik hapert es folglich leider.

Auch sonst wirkt die Geschichte einigermaßen holprig. Miranda lässt Bray mit der Reparatur ihres Dachs allein, selbst die Stühle muss der arme Mann allein aus dem durchnässten Haus hinaustragen. Sie fährt lieber mit den Kindern zur Schwiegermutter. Bray bleibt weiterhin motiviert, wegen des lebensverändernden Weckrufs, der ihn vor Jahren nach einem Unfall ereilte. Diesem widmet der Film eine kurze, wie verirrt wirkende Rückblende. Vieles ist wunderlich an diesem Film, aber die Wohlfühlatmosphäre, die er erzeugt, lässt sich ganz zurückgelehnt schon auch ein wenig genießen.

Fazit: Wenn die eigenen Gedanken positiv genug sind, gehen Wünsche in Erfüllung. Josh Lucas spielt in diesem Wohlfühldrama von Regisseur Andy Tennant einen hilfsbereiten Mann, der in das Leben einer geplagten alleinerziehenden Mutter hereinschneit. Er repariert nicht nur das Hausdach, sondern zeigt in der vom gleichnamigen Ratgeber-Bestseller von Rhonda Byrne inspirierten Geschichte auch sonst, was die richtige Lebenseinstellung alles bewirken kann. Katie Holmes wirkt in der weiblichen Hauptrolle eher beflissen als romantisch veranlagt, die Handlung holpert dahin, entwickelt aber beim Betrachten dennoch entspannten Charme.




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