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Blue Story
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© Paramount Pictures Germany

Kritik: Blue Story - Gangs of London (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Coming-of-Age-Krimidrama "Blue Story" entstand auf Basis der gleichnamigen YouTube-Serie aus dem Jahre 2014 von Drehbuchautor und Regisseur Andrew Onwubolu alias Rapman. In der Serie und nun auf großer Leinwand verarbeitet der Brite seine persönlichen Jugenderlebnisse in South London. Zu den originellen Einfällen von "Blue Story" zählt, dass Rapman dabei selbst in Erscheinung tritt, um die Handlung gewissermaßen als moderner griechischer Chor in Rap-Einlagen einzuordnen und zu bewerten.

Die tragische Geschichte der besten Freunde Timmy und Marco, die im Zuge der sogenannten Postleitzahlen-Kriege zu Gegnern werden, da sie in unterschiedlichen Stadtbezirken wohnen, hat etwas Klassisches, wird von Rapman jedoch mit der nötigen Energie geschildert. Der Film ist feinfühlig, wenn er von der Vertrautheit zwischen den beiden Protagonisten oder von der aufkeimenden Liebe zwischen Timmy und seiner Mitschülerin Leah erzählt; er verfügt aber zugleich über reichlich Wut und Wucht, um die Gewalt und deren Folgen eindrücklich einzufangen. Die Sprechweisen der Figuren muten dabei ebenso authentisch an wie deren Gesten sowie die Schauplätze, an denen sich alles abspielt. Zuweilen touchiert die Inszenierung das Pathetische; insgesamt gelingt Rapman aber eine stimmige Umsetzung.

Zu den Stärken des Films gehört nicht zuletzt das engagierte Ensemble. Der Newcomer Stephen Odubola liefert als Timmy eine facettenreiche Darstellung und meistert die Wandlung von einem zurückhaltenden zu einem extrem zornigen, harten jungen Mann – und auch die übrigen Rollen sind perfekt besetzt.

Fazit: Ein kraftvoller Film über Freundschaft und Straßenkämpfe unter Jugendlichen – glaubhaft in Szene gesetzt und mit viel Verve gespielt.




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