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Conjuring 3: Im Banne des Teufels
Conjuring 3: Im Banne des Teufels
© Warner Bros.

Kritik: Conjuring 3: Im Bann des Teufels (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das "Conjuring"-Universum mit all seinen offiziellen Teilen und den Spin-Offs zählt zu den erfolgreichsten Horror-Reihen der Geschichte. Allein die ersten beiden "Conjuring"-Filme spielten zusammen über 650 Millionen US-Dollar ein. Der Fall, der im Film behandelt wird, beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1981. In dem Gerichtsprozess behauptete der Anwalt von Arne Cheyenne Johnson, der des Mordes beschuldigt wurde, sein Mandant sei während der Tat besessen gewesen. Deshalb plädierte er auf Freispruch.

Nicht James Wan sitzt diesmal auf dem Regiestuhl des neuesten "Conjuring"-Streichs sondern der Horror-Handwerker Michael Chaves, der bereits mit "Llorenas Fluch" bewies, dass er das Ein-Mal-Eins des Gruselfilms beherrscht. Jump-Scares und sich bereits durch die Musik ankündigende Schockmomente inszeniert Chaves routiniert und handwerklich fehlerlos, gerade im letzten Akt des Films. Zuvor etabliert er eine Nebenhandlung im Gerichtssaal, die "Conjuring 3" als Mix aus Horrorfilm und Gerichts-Krimi erscheinen lässt.

Diese neue, ungewohnte Herangehensweise tut dem Film gut, da er eine frische Note in das Franchise bringt. Dabei verzichtet Chaves aber nicht auf klassische "Conjuring"-Elemente und Versatzstücke, wie etwa den einleitenden Prolog. Die schwächste Phase des Films bildet ausgerechnet jene halbe Stunde, die jeden guten Exorzismus-Grusler auszeichnet: Wenn sich das Grauen in Arne, dem Freund von Davids Schwester, langsam ausbreitet und der Dämon Besitz über diesen ergreift, dann inszeniert Chaves diese Passagen leider weder besonders spannend noch originell. Er bedient sich aufgrund des abgeschiedenen Settings und der unheilvollen Schauplätze zwar atmosphärischer Bilder und Schauwerte. Echte Spannung kommt in diesem Teil des Films aber nicht auf.

Immerhin: Die Chemie zwischen Patrick Wilson und Vera Farmiga stimmt noch immer. Die beiden Hauptdarsteller harmonieren prächtig und agieren wunderbar ausdrucksstark als empathisches, charismatisches Dämonologen-Paar, das dem Bösen den Kampf ansagt. Auch vor Gericht.

Fazit: Solider, nachdrücklich gespielter Mix aus Dämonen-Grusler, Gerichts-Krimi und Psycho-Horror mit interessanten neuen Einfällen und Storyelementen, allerdings einem schwachen Mittelteil und insgesamt zu wenig bedrückender Spannung.




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