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Blumhouse's Der Hexenclub
Blumhouse's Der Hexenclub
© Sony Pictures

Kritik: Blumhouse's Der Hexenclub (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Blumhouses‘ "Der Hexenclub" ist das Sequel zu "Der Hexenclub", der sich 1996 zu einem veritablen Kassenhit entwickelte. Das Drehbuch stammt von Zoe Lister-Jones, die auch Regie führte. Die 38-jährige Filmemacherin und Schauspielerin wurde Ende der 00er-Jahre durch ihre Mitwirkung an verschiedenen TV-Serien bekannt (etwa "Law and Order"). "Der Hexenclub" ist eine Gemeinschaftsproduktion von Blumhouse und Red Wagon Enter-tainment.

Die Ansätze sind gut, die Botschaften und Themen (Body Positivity, Rassismus, Feminismus) aller Ehren wert, dennoch erreicht diese Neufassung des Fantasy-Gruslers von 1996 leider nie die Qualität des Originals. Das liegt gleich zu Beginn an der generischen, erwartbaren Highschool-Drama-Handlung, die man oft genug gesehen hat: Die Neue in der Klasse fühlt sich ausgestoßen und alleine, sie wird Opfer von Erniedrigungen und üblen Scherzen (inklusive einer gelungenen Verbeugung vor "Carrie"). Was folgt, ist ebenso wenig überraschend: der allmähliche Wandel zu einer selbstbewussten jungen Frau, die sich gänzlich von ihrem Ursprungs-Charakter unterscheidet.

Auch andere Protagonisten machen wenig geglückte, unglaubwürdige Wandlungen durch. Darunter etwa der männliche Protagonist, Timmy, der sich vom unsympathischen, Frauen-verachtenden Egoisten plötzlich zu einer vielschichtig-interessanten, unnahbaren Person entwickelt. Auch David Duchovny als Lilys neuer Steifvater, letztlich der Haupt-Antagonist, ist als Figur wenig durchdacht.

Positiv hervorzuheben ist der locker-leichte, immer wieder augenzwinkernde und sich selbst nicht zu ernst nehmende Tonfall, der dem Film eine beschwingte Energie einverleibt. Das Tempo stimmt, zumal sich Lister-Jones mit der Entfaltung der Story Zeit lässt. Katastrophal und enttäuschend ist das Finale, das dem Film fast schon abrupt, viel zu überhastet und damit völlig unbefriedigend beschließt.

Fazit: Gut gemeint, schlecht umgesetzt: Das Sequel zu "Der Hexenclub" (1996) entpuppt sich als blutleerer, generischer Mix aus Fantasy, Hexen-Horror, Romanze und Coming-of-Age-Drama, das nie zu einer Einheit findet.




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