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Breaking News in Yuba County
Breaking News in Yuba County
© Constantin Film

Kritik: Breaking News in Yuba County (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Regisseur Tate Taylor, der seine Karriere als Schauspieler begann, gehört seit Jahren zu den umtriebigsten, fleißigsten Filmemachern der Traumfabrik. So drehte er allein in den letzten drei Jahren drei Filme, während sich viele seiner Kollegen oft mehrere Jahre zwischen ihren Werken Zeit lassen. Seinen Durchbruch feierte er 2011 mit dem Drama "The Help". Für "Breaking News in Yuba County" konnte er eine namhafte Riege an (Neben-)Darstellern engagieren, darunter Mila Kunis, Juliette Lewis, Matthew Modine sowie Ellen Barkin.

Tate Taylor zitiert mit seiner Mischung aus Komödie, Entführungs-Thriller, Krimi und Kleinstadt-Groteske eine ganze Reihe an Filmen, die ihm als Vorbild und Inspiration dienten. Dazu zählen (Medien-)Satiren wie "Wag the Dog" und in Anflügen auch "Natural Born Killer" (allerdings ohne die ausufernde, blutige Gewalt), außerdem schwarzhumorige Krimi-Dramen wie "Fargo" oder "Jackie Brown".

Das Problem ist, dass "Breaking News…" weder das eine noch das anderen so richtig ist. Er kann sich schlicht nicht zwischen einer sinnvollen, einheitlichen Stimmung und Tonalität entscheiden, was dazu führt, dass der Film wie ein halbgarer, unausgereifter Mix aus alledem daherkommt. Dabei sind gute, gelungene Ansätze durchaus immer wieder auszumachen. Etwa die bissige, überdeutliche und auf den Punk gebrachte Kritik an der Aufmerksamkeits- und Mediengeilheit vieler (Mit-)Menschen, sensationslüsternen Medien sowie zweitklassigem, reißerischem Privatfernsehen, welches in den USA eine größere Bedeutung hat als hierzulande.

Auch die Darsteller sind größtenteils überzeugend in ihren Rollen, auch wenn manche von ihnen zum überzogenen Over-Acting neigen. Hauptkritikpunkt: Es gibt schlicht zu viele Nebenfiguren und Seitenstränge, von denen keiner befriedigend ausgearbeitet wird. Und für keinen der Charaktere kommt echt Sympathie auf. Weder für den Möbelverkäufer und seine gelangweilte Chefin oder die lokale Nachrichtenreporterin noch für eine unglücklich agierende Möchtegern-Gangsterin, ihren Vater oder Sues bemitleidenswerten Versager-Schwager. Sie alle mischen mit in diesem Figuren-Kabinett, doch sie alle erweisen sich als blasse, langweilige Randfiguren.

Fazit: In Ansätzen gelungener, satirischer Komödien-Krimi-Mix, dessen überzogene Vielzahl an blassen, nichts sagenden Charakteren dem Film jedoch den Todesstoß versetzt.




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