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Kritik: Kings of Hollywood (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Kings of Hollywood" legt der Regisseur und Co-Drehbuchautor George Gallo ein Remake vor. Dessen filmische Vorlage "The Comeback Trail" von Harry Hurwitz aus dem Jahre 1982 dürfte jedoch nur den wenigsten geläufig sein. Für die Besetzung konnte Gallo drei echte Schauspiel-Hochkaräter gewinnen: Robert De Niro verkörpert einen Filmproduzenten in monetären Schwierigkeiten, Morgan Freeman einen wenig zimperlichen Geldgeber, der eine rasche Rückzahlung seiner Investition fordert – und Tommy Lee Jones einen einstigen Westernhelden, der seine besten Tage hinter sich zu haben scheint.

Zuweilen mutet "Kings of Hollywood" ein bisschen zu altmodisch an; nicht jeder Gag funktioniert. Dennoch nimmt die Seventies-Atmosphäre der schwarzhumorigen Showbiz-Komödie und die spürbare Spielfreude des Trios, unterstützt vom wunderbaren Zach Braff ("Garden State"), für sich ein. Die Klamotten und Schnurrbärte sind betont hässlich, die gesamte Industrie gleicht einem Spielplatz für Träumende – und mittendrin suchen der Produzent Max und dessen Neffe Walter nach dem Glück, das sie mit Exploitation-Movies über killende Nonnen zu erreichen glauben. Manches mag hier an Quentin Tarantino erinnern, ist aber deutlich weniger zynisch.

Die stärksten Szenen gehören Jones als anfangs desillusioniertem Ex-Star. Wie dieser im Laufe von Dreharbeiten, die eigentlich einem höchst fragwürdigen Unterfangen dienen sollen, unerwartet wieder zur Hochform aufläuft und neue Lust am Leben schöpft, ist wirklich herrlich.

Fazit: Eine sympathisch gespielte Satire über die Traumfabrik und deren Schattenseiten, in der insbesondere Tommy Lee Jones zu brillieren vermag.




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