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The Night House
The Night House
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: The Night House (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Schon viele Filme haben sich mit den komplexen Themen Verlust und Trauer beschäftigt – und zuweilen diente auch bereits das Horrorgenre dazu, den Schock nach dem Tod eines geliebten Menschen und den Schmerz der Hinterbliebenen zu vermitteln, etwa in Nicolas Roegs Neo-Klassiker "Wenn die Gondeln Trauer tragen" (1973) oder in James Watkins' betont altmodischem Gruselwerk "Die Frau in Schwarz" (2021).

Auch der Regisseur David Bruckner ("The Ritual") verbindet in seiner neuen Arbeit "The Night House" die tragische Geschichte einer trauernden Frau mit Elementen des Spannungskinos, ohne das Sujet dabei mit billigen Tricks auszubeuten. Das von Ben Collins und Luke Piotrowski verfasste Drehbuch erzählt von der jungen Lehrerin Beth, deren Mann gerade Suizid begangen hat. Es gelingt dem Film, die Fassungslosigkeit zum Ausdruck zu bringen, die der plötzliche Tod auslöst. Auch die allmählichen Irritationen, die Beth glauben lassen, dass der Tod ihres Gatten mit einem finsteren Rätsel zusammenhängt, werden überzeugend eingestreut. Das Haus am See, in dem Beth lebt, ist eine perfekte Kulisse, um eine Atmosphäre des Unbehagens zu schaffen.

Zwei Faktoren heben "The Night House" deutlich über den Durchschnitt des Genres. Zum einen die intensive Performance von Hauptdarstellerin Rebecca Hall ("Vicky Cristina Barcelona"). Die Britin verkörpert ihren Part mit Hingabe – wie sich Beth mehr und mehr in ihren Albträumen, dunklen Visionen und bösen Ahnungen zu verlieren droht. Und zum anderen die originelle Inszenierung von Bruckner, die mit zahlreichen cleveren Bildideen aufwartet und gekonnt mit Spiegelungen und Doppelungen spielt. Dass der Regisseur derzeit an einer Wiederbelebung der "Hellraiser"-Reihe arbeitet (an der auch Co-Autor Ben Collins beteiligt sein wird), stimmt nach der Sichtung von "The Night House" umso neugieriger.

Fazit: Ein klug erzählter und einfallsreich gefilmter Mix aus Drama und Grusel mit einer überragenden Rebecca Hall im Zentrum.




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