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A Symphony of Noise
A Symphony of Noise
© Rise and Shine Films GmbH

Kritik: A Symphony of Noise (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Für seinen Dokumentarfilm "A Symphony of Noise" hat der Regisseur Enrique Sánchez Lansch ("Rhythm Is It!") den britischen Musiker Matthew Herbert über zehn Jahre hinweg begleitet und dessen kreative Prozesse bei diversen Projekten eingefangen. Wir sind bei einigen Auftritten, etwa im Berliner Berghain, dabei und blicken dem Künstler im Tonstudio sowie bei Reisen über die Schulter.

Der Film lebt von der offenen Art, mit der Herbert über seine Motivation und seine Vorgehensweise spricht. Der renommierte Produzent, der schon mit großen Namen wie Yoko Ono oder Björk zusammengearbeitet hat, gibt reflektierte und umfassende Einsichten in seine Überlegungen und wirkt dabei angenehm unverstellt. Bei allem ist ihm die Leidenschaft anzumerken – und der Wille, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Durch die politischen Gedanken, etwa zum Brexit oder zur eigenen ökologischen Verantwortung, entsteht nie das Gefühl, dass sich Herbert in einer abgehobenen Kunst-Blase befindet; vielmehr ist er erkennbar am Leben und an der genauen Untersuchung interessiert.

Die Kamera von Thilo Schmidt und Anne Misselwitz ist stets nah dabei. Ohne Herberts Kindheit und Jugend oder seine bisherigen Karriereschritte durch Archivmaterial zu dokumentieren, gelingt es Sánchez Lansch in "A Symphony of Noise", ein sehr erhellendes Porträt über Herbert zu entwerfen und uns in dessen Klang-Kosmos mitzunehmen.

Fazit: Ein aufschlussreicher Dokumentarfilm über einen sympathischen Künstler, der einen intensiven Einblick in zahlreiche Schaffensprozesse und Gedankengänge gibt.




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