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Kritik: Killer's Bodyguard 2 (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Vor vier Jahren ließ Regisseur Patrick Hughes Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson das erste Mal aufeinander los. Obwohl die Chemie zwischen den zwei Hauptdarstellern stimmte, missglückte Hughes' Versuch, das im Kino inzwischen selten gewordene Buddy-Movie wiederzubeleben. Die Fortsetzung ist sogar noch schlechter, was wie schon beim ersten Teil zu großen Teilen an den Größenverhältnissen liegt.

Mehr ist nicht immer mehr. Das sollte sich inzwischen auch bis nach Hollywood herumgesprochen haben. Im zeitgenössischen Blockbuster-Kino scheint es eine Beschränkung auf das Wesentliche aber nicht mehr zu geben, wenn es auch schneller, höher und weiter geht. Die Vorbilder von "Killer's Bodyguard" sind offensichtlich: "Nur 48 Stunden" (1982), "Lethal Weapon" (1987) und "Rush Hour" (1998) zählen dazu. Doch wo in den Vorbildern einfache Polizisten und Kleinkriminelle übersichtliche Fälle mit überschaubaren Mitteln lösen mussten, fahren sein Nachahmer und dessen Fortsetzung einen Superlativ nach dem anderen auf und damit frontal gegen die Wand.

Der von Ryan Reynolds gespielte Michael Bryce ist nicht irgendein Leibwächter, sondern der beste seines Fachs, der von Samuel L. Jackson verkörperte Darius Kincaid ein skrupelloser, weltweit gefürchteter Killer. Statt um lokale Verbrechen geht es um welche, die vor internationalen Gerichtshöfen verhandelt werden. Von Hinz und Kunz von nebenan, mit denen sich das Publikum identifizieren kann, könnten also bereits die Figuren und die Handlung des ersten Teils nicht weiter entfernt sein. Und weil Teil zwei selbstredend einer Steigerung bedarf, holt die erneut völlig hanebüchene Handlung mit Kincaids Ehefrau Sonia (Salma Hayek) eine noch größere Psychopatin mit ins Boot. Aus einem ungleichen Duo wird ein Trio wider Willen. Und mit jedem von Sonia sinnlos und brutal verübten Mord nimmt der Humor rapide ab.

Das ginge glatt als Parodie auf Agentenfilme wie "James Bond" durch, würde sich der Film nicht so sehr an der zelebrierten Gewalt weiden. Patrick Hughes geht jegliches Gespür dafür ab, wann Gewalt (auch) komisch sein kann, und jedwedes Maß und Mitte verloren. Erschwerend hinzu kommt, dass dieses Mal auch die Chemie nicht stimmt. Was als Duo noch einigermaßen funktionierte, scheitert als Trio kläglich. Lustlos gespielt und einfallslos geschrieben sehnt sich das Publikum dem Ende entgegen und nimmt auf dem Weg dorthin jede Menge Logiklöcher, mittelmäßige Actionsequenzen und erwartbare Plot-Twists in Kauf.

Fazit: Schneller, höher, weiter; keine Fortsetzung ohne Steigerung: "Killer's Bodyguard 2" bietet noch mehr Stars, noch mehr hanebüchene Handlung und noch mehr sinnlose Morde, dafür allerdings kaum noch Grund zum Lachen. Die Diskrepanz zwischen brutaler Action und vermeintlicher Komik ist fatal. Lustlos gespielt und einfallslos geschrieben, ist dieser Film ein abschreckendes Beispiel, wie eine Buddy-Komödie nicht funktioniert.




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