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Here we move, here we groove
Here we move, here we groove
© Rise and Shine Films GmbH

Kritik: Here we move, here we groove (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In seinem Dokumentarfilm "Here We Move Here We Groove" porträtiert Sergej Kreso den seit drei Jahrzehnten in Berlin lebenden Taxifahrer und DJ Robert Soko, der im Alter von 19 Jahren vor den Bedrohungen der Jugoslawienkriege fliehen musste. Wir sitzen mit Soko in dessen Taxi, hören ihn fluchen und lernen dadurch seinen Humor kennen. Und wir begleiten den Musiker auf die Balkan-Beats-Partys, die er einst erfand und die sich im Laufe der Zeit zu einem europaweiten Phänomen entwickelten.

Der auch als Journalist und Musiker tätige Regisseur Sergej Kreso, der wie Soko als bosnischer Geflüchteter sein Land verlassen musste, widmet sich der musikgeschichtlichen Entstehung der Balkan-Beats-Rhythmen, zeigt Stimmungsbilder aus dem Berliner Nachtleben und der urbanen Clubszene sowie Ausschnitte aus Musikvideos und Aufnahmen im Tonstudio. Und zugleich liefert er mit "Here We Move Here We Groove" einen sehr persönlichen Film, der von Herkunft und Identität erzählt. Dabei wendet er interessante Kunstgriffe an, um uns Sokos Gedanken und Gefühle zu vermitteln.

Als sich Soko auf eine Reise quer durch Europa begibt, ist Kreso mit seinem Kameramann Wiro Felix dabei und fängt ein, wie der DJ neue Inspirationen sucht und findet. So lernt Soko andere Musikbegeisterte mit Migrationshintergrund kennen, unter anderem in Thessaloniki und Marseille. Nicht zuletzt demonstriert der Film, wie wichtig Unterstützung ist – etwa wenn Soko dem jungen afghanischen Rapper Ferdows hilft, der den Traum hat, in Berlin Musik zu machen.

Fazit: Ein einfühlsamer Dokumentarfilm über einen besonderen Musik-Mix und über die gesellschaftlichen Veränderungen in Europa.




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